Konzertchor

Vom 22.  – 28. 10. 2022

DÄNEMARK
22.10. Bremen, Konzert mit Mädchenkantorei am Bremer Dom 25.10. Helligaandskirken (Kopenhagen), Konzert mit Pigekor Copenhagen 27.10. St. Gertrud Kirche, Konzert mit Mädchenchor Hamburg
Konzert in Bremen am 22. Oktober 2022

Weltliches Repertoire

  1. Herzogenberg; Acht Lieder und Romanzen (Auszüge)
  2. Schumann; aus Romanzen
  • Tamburinschlägerin
  • Jäger Wohlgemut
  • Der Wassermann
  1. Schumann; Zigeunerleben
  2. Brahms; Der Bräutigam
  3. Trad; Schönster Abestärn
  4. Casanova; Consolaziun
  5. Hillerud; Värmlandsvisan
  6. Vaughn Williams; Folksongs of the four seasons
  7. Coleman; Witchcraft
  8. Gershwin; Fascinating Rhythm
  9. Gershwin; I got rhythm
  10. Menken; Go the distance
  11. Pasek/Paul; Come Alive

Geistliches Repertoire:

  1. Caplet; Sanctus
  2. Gounod; da pacem
  3. Pärt; Peace upon you, Jerusalem
  4. Rheinberger; Wie lieblich sind deine Wohnungen
  5. Rossini; La Speranza
  6. Schubert; 23. Psalm
  7. Mendelssohn; Laudate pueri
  8. Mendelssohn; Hebe deine Augen auf
  9. Elberdin; Salve Regina
  10. Casals; Nigra sum

 

(alle Fotos: (c) MCH)
Imposantes Finale im Bremer Dom: Mädchenkantorei des Bremer Doms und Mädchenchor Hannover auf der Westempore, 22.10.22
Chorleiter Andreas Felber adressiert das Publikum beim gemeinsamen Auftritt des Pigekors des St. Annæ Gymnasiums Kopenhagen und des Mädchenchor Hannover, 24.10.22
Konzertauftritt des Mädchenchor Hannover in der St. Gertrud Kirche in Hamburg, 27.10.22
Der Mädchenchor Hamburg unter Leitung von Gesa Werhahn interpretiert Arvo Pärts “Zwei Beter”, St. Gertrud Kirche Hamburg, 27.10.22

Vom 08.  – 18. 10. 2019

SÜDKOREA

11.10. Suwon City, Konzert mit Kara Chor
12.10. Gyeongju, Konzert mit YMCA Children’s Choir
13.10. Tongyeong, Konzert mit Municipal Boys’ and Girls’ Choir
15.10. Anyang, Konzert mit Anyang City Children’s Chorus
17.10. Songpa/Seoul, Konzert mit Songpa Boys and Girls’ Choir

Claude Debussy
Salut Printemps

Heinrich von Herzogenberg
aus Lieder und Romanzen
Tanzlied
Untreue

Franz Schubert
Der 23. Psalm

Petr Eben
aus Griechisches Wörterbuch
Maches Epithymia
Amfisbetesis
Algedon

Gioachino Rossini
La Carità

Arvo Pärt
Peace upon you, Jerusalem

Samuel Barber
aus Twelve Rounds
Farewell
To Be Sung on the Water

George Gershwin
I Got Rhythm
Fascinating Rhythm

Matthias Arn
Go the distance

Cy Coleman
Witchcraft

Reisetagebuch Südkorea-Tournee 2019 Mädchenchor Hannover

Text: Dr. Martina Lehnhardt

08.-09.10.2018          1. und 2. Reisetag. Abreise und erster Tag in Korea

Morgens um 9 Uhr trifft sich der Mädchenchor Hannover am Flughafen, um über Helsinki mit Finnair nach Seoul zu fliegen. Von Eltern und Freunden verabschiedet, geht es bei kühlem, nassem Wetter gut gelaunt los.

Nach einem gemütlichen Zwischenstopp besteigen wir in Helsinki ein modernes Flugzeug mit zwei Turbinen und innovativer Innenausstattung. So kann jeder während des Fluges auf „seinem“ Bildschirm einen Film sehen oder aktuelle Flugdaten verfolgen.

Dass dabei der Schlaf zu kurz kommt, versteht sich von selbst und so kommen wir wohlbehalten und etwas müde auf dem Flughafen Incheon, einem der größten Asiens an. Der Flughafen liegt auf einer Insel im Gelben Meer, 50 km von Seoul entfernt und man kann dort auch Golfspielen und Schlittschuh laufen.

Freundlich werden wir bei sonnigem Wetter von Frau Yuh-Zwingmann willkommen geheißen, die uns ab jetzt als Dolmetscherin begleiten wird. Wir besteigen zwei Reisebusse, die uns ab jetzt ebenfalls begleiten werden und deren gemütlich-traditioneller Fensterschmuck uns sofort auffällt.

Auffällig ist während der Fahrt beim Blick durch die Fenster auch das Nebeneinander von modernen Gebäuden und traditionellen kleineren Straßen mit kleinen Straßenständen.
Nach einer zügigen Fahrt (heute ist der Hangeul-Tag, ein nationaler Gedenktag Koreas zur Erinnerung an die Erfindung und Verkündung des koreanischen Alphabets) bei wenig Verkehr, erreichen wir unser Hotel und genießen eine typische koreanische Mahlzeit. Nach dieser Stärkung und einer kleinen Pause folgen wir einer Einladung des Songpa Chores zu einer besonderen Attraktion Seouls, dem Lotte World Park. Die Mädchen lernen den größten Indoor-Vergnügungspark der Welt kennen.

Mit einem Blick auf den Lotte-World-Tower verlassen wir den Park. Er ist mit 555 Metern das höchste Gebäude Südkoreas sowie eines der höchsten der Welt.

Bewegt von den vielfältigen Eindrücken dieses ersten Reisetages werden in dieser Nacht bestimmt alle besser schlafen.

10.10.2019   Dritter Reisetag. Seoul und Suwon

Bevor es morgen mit dem eigentlichen Grund unserer Reise, den Konzerten losgeht, können wir uns heute akklimatisieren und noch etwas von Korea kennenlernen.
Nach dem Frühstück im Hotel, bei dem wir sowohl kontinentales Frühstück, als auch koreanische Suppe, Reis, Gemüse und Obst anboten bekommen, gehen in wir in eine hier typische, riesige Shopping Mall. In das „Times Square“.

In Kleingruppen schlendern die Mädchen durch die Geschäfte und bevor es in das „coole“ Universitätsviertel von Seoul geht, essen wir auch noch dort. Einige genießen eine typisch koreanische Mahlzeit.

Weiter geht es dann nach Hongdae, dem Szeneviertel rund um die Hongik-Universität, der berühmtesten Kunsthochschule Koreas.
Die bunten Eindrücke dort bereiten uns allen viel Vergnügen.

Nach einer zweistündigen Busfahrt mit unseren Bussen kommen wir in Suwon an. Der Khara-Chor, der uns dort überaus gastfreundlich empfängt, ist uns von seinem Hannoverbesuch im März bereits bekannt. Das Wiedersehen wird gefeiert und alle freuen sich auf das morgige gemeinsame Konzert.

11.10.2019        4. Reisetag. Suwon und erstes Konzert

Morgens treffen wir uns alle wieder, nachdem die Mädchen die Nacht zu zweit in einer Gastfamilie verbracht haben. Alle berichten von einer besonderen Gastfreundschaft.
Mit unseren Bussen fahren wir zum „Korean Folk Village“. Das künstlich angelegte Dorf, für das Häuser aus dem gesamten Land umgesetzt und restauriert wurden, zeigt das dörfliche Leben während der späten Joseon-Dynastie. Wir bekommen einen Einblick in Elemente des traditionellen koreanischen Lebens und der Kultur.
Ein Museum zeigt verschiedene Lebensstationen von der Geburt bis zum Tod, die Frau Zwingmann mit anschaulichen Erklärungen ausschmückt. Es gibt Aufführungen von traditionellen Tänzen und musikalische Darbietungen. So sehen wir, wie schon im Februar von dem Chor, der uns in Hannover besucht hat, einen traditionellen Fächertanz. Die Tänzerinnen tragen die traditionelle farbenfrohe koreanische Tracht, deren bodenlange Röcke die Schritte nicht erkennen lassen. Die Tänzerinnen scheinen der Erdenschwere entrückt, so als ob sie über den Boden schweben würden. Die Bewegungen der Arme werden durch die aufgeschlagenen Fächer besonders betont. Zuvor konnten wir die Herstellung von Bambusfächern bewundern. Zu Trommelschlägen und einem trötenden Blasinstrument tanzt ein Drache.

Der Park ist landschaftlich schön gelegen und wir können bei kleinen Spaziergängen noch etwas entspannen, bevor es zurück nach Suwon zum ersten Konzert geht.

Der Mädchenchor Hannover singt unter der Leitung von Herrn Andreas Felber ein wunderschönes Konzert. Auch der uns bekannte koreanische Kharachor singt. Gemeinsam werden „Der Mond ist aufgegangen“ und ein typisch koreanisches Volkslied „Frühling in der Heimat“ gesungen.

Das koreanische Publikum ist begeistert und gibt mit glühenden Handytaschenlampen standing ovations.

12.10.2018          5. Reisetag. Nach Gyeongju und zum nächsten Konzert

Nach einem herzlichen Abschied von den Gastfamilien reisen wir heute mit den Bussen quer durch Südkorea in den Südosten nach Gyeongju, der alten Hauptstadt des ehemaligen Königreichs Silla. Gyeongju ist eine bedeutende antike Stadt der UNESCO, daher gibt es keine Hochhäuser im Stadtbild. Moderne Architektur gibt es trotzdem. Das Konzert des Mädchenchores findet im „Gyeongju Arts Center“ statt.

Außer dem Mädchenchor singt auch der Gyeongju YMCA Junior Choir.

Die Gastfamilien nehmen die Mädchen auf und es gibt wieder landestypische Köstlichkeiten zu genießen.

13.10.2018          6. Reisetag. Ganz im Süden Koreas: Tongyeoung

Wieder ein Abschied. Die Mädchen werden mit umfangreichen Care Paketen auf die Reise geschickt.
Zunächst geht es zum Bulguk Tempel, am Hang des Toham-Berges. Er ist die bedeutendste buddhistische Tempelanlage Koreas und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Nach knapp dreistündiger Busfahrt erreichen wir Tongyeoung, eine Stadt, die am ostkoreanischen Golfstrom liegt und daher ein angenehmes, mildes Klima hat. Palmen säumen den Weg zu unserem Ziel, der Tongyeoung International Music Foundation („TIMF“).

Die Stadt ist wie Hannover UNESCO City of Music und wird aus diesem Grund vom Mädchenchor besucht.

Dort empfängt uns (ist er extra für den Mädchenchor heute rot?) ein musikalischer Gruß. Uns erwartet auch Florian Riem persönlich, von Haus aus Cellist und seit einigen Jahren Intendant, Kurator und CEO der „TIMF“ mit seinem Team und zunächst einem Imbiss. Anschließend kann der Mädchenchor in dem großartigen Konzertsaal mit seiner besonders guten Akustik proben. Es folgt ein gemeinsamer Workshop mit dem Tongyeoung City Boys & Girls Choir und dann füllt sich allmählich der Saal und das Konzert beginnt. Das koreanische Publikum ist begeistert und jubelt.

Im Restaurant der Konzerthalle treffen die Mädchen auf ihre sehr sympathischen Gastfamilien und können sich an einem reichhaltigen Buffet, das auch dem Geschmack europäischer Jugendlicher entspricht, bedienen.

Morgen wird der Mädchenchor eine koreanische Schule besuchen. Das wird spannend.

14.10.2018          7. Reisetag. Tongyeoung – Gastfreundschaft aus ganzem Herzen

Heute Vormittag werden die Mädchen vom Mädchenchor Hannover zu einem Freizeitspaß eingeladen. Mit einer Seilbahn fahren wir auf einen nahegelegenen Berg.
Dort haben sie auf einer abschüssigen Cartbahn einen Heidenspaß.
Bevor der Chor das Gelände verlässt, singt er zur Freude aller Anwesenden das schwedische Volkslied „Värmlandsvisan“.

Danach geht es zur Tongyeoung Girls School. Ein Banner mit der Aufschrift „Mädchenchor Hannover“ empfängt uns über dem Eingangstor. Zur Begrüßungsfeier werden die Mädchen mit begeistertem Applaus empfangen, denn in diesem Teil Koreas werden Europäerinnen selten live gesehen. Der Mädchenchor gibt ein kleines vielbejubeltes Konzert und kommt selbst auch in den Genuss, einigen traditionellen Vorführungen, wie Tanz und Trommelspiel, beiwohnen zu können. Von der Perfektion und Präzision der Darbietungen sind wir begeistert.

Im Anschluss werden die Mädchen verschiedenen Schulklassen zugeordnet und können dort an unterschiedlichen Unterrichtseinheiten mit landestypischen Inhalten teilnehmen. Dabei ist die Stimmung zwischen den Nationen sehr gut.

In einigen Klassen wird gebastelt (auf dem Foto bauen die Mädchen mit Keksen Architekturstile nach), eine Klasse hat Sport und beim Musikunterricht wird den deutschen Mädchen auf einer koreanischen Flöte das Spielen eines Liedes beigebracht. Die Flöte bekommen sie dazu geschenkt.
Es gibt auch noch lustige Präsentationen über das landestypische Kimchi oder den, über Koreas Grenzen hinaus bekannten, K-Pop. Wir sind alle beeindruckt.

Zu guter Letzt erhält jedes Mädchen einen Hanbok, die traditionelle koreanische Tracht, die in ihrer Gestaltung auf die Zeit der Mongolenherrschaft zurückgeht.
Die Mädchen genießen sichtlich das farbenfrohe „Umstyling“.

15.10.2018          8. Reisetag. „World Best Youth Choir Concert“

Heute haben wir eine lange Busfahrt vor uns. Einige von uns nutzen die Fahrt, um ihren Schlafmangel zu lindern.

Von unserem an der Südküste gelegenen Aufenthaltsort durchqueren wir erneut Südkorea in Richtung Norden nach Anyang, einer Großstadt in der Provinz Gyeonggi-do.

In der Anyang Arts Center Kwan-ak Hall findet das „World Best Youth Choir Concert“ heute Abend unter der Mitwirkung des Mädchenchor Hannover statt. Außerdem singen der, in Korea sehr bekannte, „Anyang City Children‘s Choir“ und der philippinische „Ligao National High School Voice Chorale“.

Es ist ein wunderschönes Konzert, jeder Chor ist etwas Besonderes und das Publikum ist begeistert.

Abschließend möchte ich noch kurz davon berichten, wie der koreanische Staat seine Mitbürger über das Internet mit wichtigen Mitteilungen auf dem Laufenden hält. Es hat uns allen kurzfristig einen gehörigen Schrecken eingejagt, als wir auf unsere Handys folgende Nachricht bekamen:

Es stellte sich schnell heraus, dass diese Form der Information in Korea üblich ist. In diesem Fall handelt es sich um die Info, dass in Südkorea einige Fälle der afrikanischen Schweinepest nachgewiesen worden. Das Landwirtschaftsministerium teilte mit, dass die Erkrankung nur Schweine befallen könne und nicht auf Menschen übertragbar sei.
Bestimmt wurde einigen Eltern davon berichtet. Es besteht also kein Grund zur Sorge.

 

16.10.2018          9. Reisetag. Spaß in Seoul Land

Heute fahren wir in den Freizeitpark Seoul Land Park, wo die Mädchen mit Vergnügen verschiedene Fahrgestelle ausprobieren.

Und unbeschwert und übermütig ihre Freizeit genießen. Sie haben heute wirklich Ferien.

Man muss genau hinschauen, um die Mädchen winken zu sehen. Oder sogar den Chorleiter.
Der Park ist, das kennen wir inzwischen von Korea, sehr bunt und voller ideenreicher Details.

Unterbrochen wird die Komposition aus Beschleunigung, Schwerelosigkeit, atemberaubendem Spaß und Kreischen durch ein kurzes Konzert, das der Mädchenchor in dieser Umgebung gibt. Nichts ist unmöglich.

Am Nachmittag geht das Vergnügen weiter.

Kleine Stärkungen wie frittierte Kartoffelspiralen sind immer willkommen; Erfrischungen gibt es in diversen Formen Und auch unser hervorragender Pianist Nicolai Krügel genießt den Nachmittag.

Das tat gut. Die Mädchen werden wieder von den Gastfamilien abgeholt. Die Erwachsenen werden von den Gastgebern zum Essen eingeladen.

17.10.2018          10. Reisetag. Abschlußkonzert in Seoul

Nach dem Abschied von den Gastfamilien haben die Mädchen die Möglichkeit, in dem „Lotte World Shoppingcenter“ ihre letzten Won auszugeben. Die Shopping Mall befindet sich neben dem, uns bereits bekannten und unvorstellbare 555m hohen, Lotte World Tower.

Zum Mittagessen gehen wir ein paar Häuserblöcke weiter.

Herr Kim, der koreanische Reisebegleiter, lädt uns zu einem üppigen koreanischen Mittagessen ein. Die Mädchen bedanken sich mit dem Lied: „Jäger Wohlgemuth“ von Robert Schumann.

Dann geht es zusammen mit Frau Schröfel in Richtung unseres letzten Konzerts auf dieser Reise.

Das Konzert findet in der Songpa Residents Hall in Songpa, einem der 25 Stadtteile Seouls, statt. Das Programm gestaltet mit dem Mädchenchor Hannover der Songpa Childrens Choir.

Das Programm verspricht ein ähnlich gutes Konzert wie an den letzten Abenden. Allerdings ist es traditionell so, das die Sängerinnen des Mädchenchores sich für das letzte Konzert einen sogenannten Chorstreich ausdenken.

Nach dem ersten Teil des Konzertes, der von dem koreanischen Chor gesungen wurde, betreten unsere Mädchen schmunzelnd die Bühne. Die gute Laune gilt der nun gleich folgenden, überraschten Reaktion des Chorleiters, aber das Lächeln der Mädchen wirkt ansteckend.
Es zieht alle Zuhörer, die eben auch Zuschauer sind, in ihren Bann.
Wir Zuschauer können Herr Felbers Gesicht nicht sehen, als er nun unter erschwerten Bedingungen dirigieren muss, aber das Lächeln der Mädchen wird immer breiter.
Es hält sogar beim Singen an.

Der aufmerksame Beobachter entdeckt den Chorstreich schnell, oder?

Ob es nun am Chorstreich liegt oder daran, dass es das letzte Konzert auf der Reise ist, die Mädchen singen heute Abend mit einer besonderen Intensität. Sie sind so wach und ausdrucksstark, dass es eine reine Freude ist, sie nur anzusehen, geschweige denn natürlich diese Musik und den großartigen Klang des Chores zu hören. Die Akustik des Raumes ist für den Chor nicht einfach, aber dieses kleine Manko machen die Sängerinnen durch ihr Strahlen mehr als wett.

Der gemeinsame Konzertabschluss beider Chöre, besonders mit dem koreanischen Volkslied „Arirang“ ergreift die Herzen aller koreanischen Zuhörer. Ein lang anhaltender Applaus ist der Dank des Publikums.


Zufrieden und glücklich fahren wir mit dem Bus ins letzte Hotel am Flughafen, denn das ist der Abschluss unserer Reise. Morgen früh startet der Flieger. Es war eine wunderschöne Reise und unzählige schöne Erinnerungen werden uns ab jetzt begleiten.

18.10.2018          11. Reisetag. (Rückflug und Ankunft in Hannover)

Vom 09.  – 11. 11. 2018

ENGLAND

Mit Förderung des Auswärtigen Amtes; Einladung zur Teilnahme der Remembrance Day Feierlichkeiten
zum 100sten Jahrestag Ende des I. Weltkrieges
10. Oktober Konzert in Halifax, Münster
11. Oktober Konzert in Ripon, Kathedrale

Warm-Up zum Halifax Konzert. Sängerinnen des Mädchenchors nach ihrem impromptu-Konzert in der Piece-Hall in Halifax, 10.11.2018
Probendurchlauf im Münster zu Halifax, 10.11.2018
Musik zeigt Flagge. Vertreter der Bundeswehr und der Mädchenchor Hannover im Halifax Münster, 10.11.18
Mädchenchor Hannover beim Schlussapplaus. Halifax Münster, 10.11.18.
Botschafterinnen der Versöhnung: Der Mädchenchor vor der Ripon Cathedral, 11.11.18
Andreas Felber dirigiert den Mädchenchor Hannover. Gedenkfeierlichkeiten Ripon Cathedral, 11.11.18
Landesbischof Ralf Meister und der Bischof von Leeds, Nicholas Baines, bei ihrer gemeinsamen Predigt. Ripon Cathedral, 11.11.18
Der Mädchenchor bei “Peace Upon you, Jerusalem”. Ripon Cathedral, 11.11.18

(Fotos Halifax und Gruppenfoto Ripon: jhc; Fotos Ripon: Ripon Cathedral Media)

Vom 05.  – 14. 10. 2018

SPANIEN

05. Oktober Konzert in Gernika, Teatro Lizeo
07. Oktober Konzert in Errenteria (San Sebastián), Parroquia Nuestra Señora de Fátima, mit Zaria Koru
09. Oktober Konzert in Madrid im Saal des Colegio Alemán Madrid
12. Oktober Konzertin Barcelona im Palau de la Música
13. Oktober Konzert in Cervera (Katalonien), in der Cervera University
14. Oktober Konzert in Barcelona, Palau de la Música Catalana, mit dem Cor de Noies de l’Orfeó Català

Coro de muchachas de Hannover, Alemania “Mädchenchor Hannover”
Directores artísticos: Sra. Gudrun Schröfel y Sr. Andreas Felber
Pianista: Sr. Nicolai Krügel

Javier Busto
Salve Regina

Josef Rheinberger
Salve Regina
Ave Regina
Wie lieblich sind deine Wohnungen
Alma redemptoris
Ave maris stella
Inclina Domine

Felix Mendelssohn Bartholdy
Laudate pueri

Claude Debussy
Salut printemps
Claude Debussy/Clytus Gottwald
Les Angélus

Gioachino Rossini
La Carità
Solo: Anna Schote
La Speranza

Andre Caplet
Sanctus

Robert Schumann Romanzen für Frauenstimmen, op. 69 und op. 91
Jäger Wohlgemuth
Der Wassermann

Maurice Ravel/Clytus Gottwald
Toi, le coeur de la rose

Josef Rheinberger aus 6 Gesänge, Op 131
Nr. 1 Ein Bild am Pfade
Gute Nacht

George Gershwin (Ira G.)
S’wonderful

Trad. American, arr. Eric Tuan J
Johnson Boys

Hugo Alfvèn Värmlandsvisan

Cy Coleman
Witchcraft

Francis Poulenc
Liturgie à la vierge noire Ave verum
Petits voix Nr.1 / 2 / 4

Knut Nystedt
Sancta Maria

EL DIARIO VASCO vom 09.10.2018

Reisetagebuch Spanientournee 2018 Mädchenchor Hannover

Text: Dr. Martina Lehnhardt

05.10.2018          1. Reisetag. Start unserer Spanienreise

Pünktlich startet der Mädchenchor am frühen Morgen in Hannover seine Konzertreise, freundlich von zahlreichen Eltern und Freunden verabschiedet. Ohne besondere Vorkommnisse wechseln wir in Stuttgart den Flieger nach Bilbao. In diesem Flugzeug fällt der Besatzung auf, dass sie einen Mädchenchor zu Gast hat. Auf besonderen Wunsch der Crew singt der Chor „Jäger wohlgemut“, wird mit Applaus der Mitreisenden belohnt und kann sich sicher sein, dass alle, die gerade über Frankreich nach Spanien unterwegs sind, nun noch „wohlgemuter“ ihre Reise fortsetzen.

In diesem Jahr ohne Jetlag, landet der Chor wohlbehalten im sonnigen Bilbao. Ein freundlicher spanischer Busfahrer empfängt uns mit dem Bus, mit dem wir auch die nächsten Städte besuchen werden. Zunächst geht es allerdings zum Guggenheim Museum, dessen geschwungene, titanüberzogene Oberfläche im Sonnenschein glitzert und alle Blicke auf sich zieht. Dieser weltberühmte Bau von dem amerikanischen Architekten Frank O. Gehry wurde 1997 eröffnet. Zu einem Zeitpunkt, als die frühere Industriestadt durch eine hohe Arbeitslosigkeit belastet war. Die Krise in der Metallindustrie hatte der Stadt schwer zugesetzt. Mehrere Initiativen der Stadtväter, allen voran der Bau des Guggenheim Museums, hauchten der Stadt neues Leben ein. Das Museum wurde zu einem Tourismusmagneten und versetzte die Stadt Bilbao in prosperierenden Taumel, der sich positiv auf das gesamte Land auswirkte.
Der sogenannte „Bilbao-Effekt“.

Während Luisa Braun uns während der Weiterfahrt etwas über die historischen Ereignisse der Stadt Gernika während des spanischen Bürgerkrieges erzählt, fahren wir durch eine wunderschöne Landschaft in die heilige Stätte des Baskenlandes.
Zum Mittagessen gibt es dort für viele die typisch spanischen „tapas“. Köstlich!

Nach einer Regenerationsphase beginnt die Konzertprobe und anschließend findet der Höhepunkt des Tages statt: ein wunderschönes, abwechslungsreiches Mädchenchorkonzert mit europäischen Gesängen. Das Publikum ist vom Chor und den vielen Solisten, allen voran natürlich Sina Günther, Anna-Carolin Schote und Theresia Marie Wessel, begeistert.
Das kommt nicht nur durch den anhaltenden Applaus, sondern auch durch Bravo-Rufe zum Ausdruck.

Zum Abschluss des Tages gibt es noch ein typisch spanisches Abendessen und dann fallen alle müde ins Bett.

¡Buenas noches!

  • Zweiter Reisetag. Gernika – San Sebastián – Errenteria

Der Vormittag des Tages wird für einen Stadtrundgang durch Gernika genutzt. Herr Richter, der für das Goethe-Institut arbeitet und seit zehn Jahren in Gernika lebt, führt uns durch die Stadt. Gernika wurde 1366 gegründet und wird seitdem von den Basken als heilige Stadt verehrt, da sie das Symbol des Kampfes um die Unabhängigkeit ist.

In Gernika befindet sich oberhalb der Stadtmitte das heilige Nationalsymbol der Basken, eine Eiche, unter der bis 1876 die Ältestenräte aus dem ganzen Baskenland jährlich zusammenkamen, um eine Form von direkter Demokratie auszuüben. Der Baum wird jeweils, wenn er abstirbt, durch eine Neupflanzung aus den Früchten des alten Baumes ersetzt.

Wie wir heute noch einmal erzählt bekommen, flog ausgerechnet auf diese Stadt am 26. April 1937, während des Spanischen Bürgerkriegs, die deutsche Legion Condor den berüchtigten Luftangriff. Bei den darauf folgenden Großfeuern kamen mehrere hundert Menschen, nahezu ausschließlich Zivilisten, ums Leben, die Stadt wurde großflächig zerstört. Der Name Gernika gehört damit zu den “Sinnbildern“ des modernen Krieges.

Pablo Picasso verarbeitete die Schrecken dieses Angriffs in seinem Bild „Guernica“. Für jeden von uns ist es sehr eindrucksvoll vor dem 3,5 x 7,7 Meter großen Monumentalgemälde zu stehen. Unter anderem sehen wir rechts eine brennende Frau mit erhobenen Armen, links im Bild eine trauernde Frau mit totem Kind im Arm. Ein schreckliches Szenario in grau, weiß und schwarz.

Dann geht es nach San Sebastián, einem ehemals mondänen Seebad am Golf von Biscaya. Hier genießen die Mädchen Freizeit am Strand oder beim Shopping oder beim Bummeln durch die malerische Altstadt. Kennern zufolge gibt es hier die besten und variantenreichsten Tapas des Landes, auf baskisch „pintxos“. Aber es gibt auch köstliche Süsswaren, zB Churros, ein längliches Traditionsgebäck, das in dickflüssige Schokolade gedippt wird.

Nach einer kurzen Weiterfahrt nach Errenteria werden die Mädchen herzlich von ihren Gastfamilien aufgenommen. Die Gastfreundschaft gipfelt in einem gemeinsamen mehrgängigen, landestypischen baskischen Abendessen, das von mehreren „Choreltern“ des Chores „Zaria“ gekocht wird. Der Chor bedankt sich mit einem spontanen Ständchen.

Jetzt freuen wir uns auf das morgige Konzert!

07.10.2018          3. Reisetag. Errenteria

Den heutigen Sonntag verbringen alle mit ihren Gastfamilien. Einige besichtigen die kleine hübsche Altstadt von Errenteria, einer Stadt in der spanischen autonomen Provinz Gipuzkoa.

Die Stadt liegt nur 10 km von der französischen Grenze entfernt. Marilou wohnt mit ihrer Gastfamilie zum Beispiel in Frankreich. Andere Mädchen machen mit ihrer Familie einen Ausflug an die Küste, so wie Mieke.

Und manche verbringen den Tag mit ihren Gastfamilien im Aquarium im nahe gelegenen San Sebastián.

Wir genießen eine außerordentlich herzliche Gastfreundschaft.

Am Abend findet nach einer Probe das gemeinsame Konzert mit dem „Zaria koru“ statt. Konzertsaal ist eine Kirche. Die Parroquia Nuestra Señora de Fátima ist sehr gut besucht. Der spanische Chor beginnt und begeistert mit einem kurzen, abwechslungsreichen Programm. Den Schwerpunkt des Konzerts liegt jedoch beim Mädchenchor.

Natürlich habe ich als Mutter zweier Sängerinnen eine besondere Beziehung zu diesem Chor. Als Begleitung der Mädchen ist diese jetzt allerdings deutlich intensiver geworden. Ich bin wirklich berührt von der meisterhaften Ausdruckskraft der Sängerinnen. Auch wenn ich immer noch nicht jeden Namen kenne, so ist mir doch jedes Gesicht vertraut. Und die Verwandlung der Mädchen von einem „normalen Teenie“ am Vormittag zu einer leidenschaftlichen Sängerin im Konzert ist unbeschreiblich.

Das spanischen Publikum ist auch hellauf begeistert. Sie schätzen besonders die baskischen Liedansagen unser Sopranistin Lore Kildal Capatina. Lores Sprachkenntnisse waren in den letzten Tagen schon an verschiedenen Stellen sehr hilfreich.

Die Zuhörer applaudieren ausdauernd dem gesamten Chor und natürlich auch den zahlreichen Solisten. Viele Passagen werden von kleinen Besetzungen gesungen.

Zum Schluss singen beide Chöre gemeinsam, bevor sich alle herzlich bis zu den Chortagen im Juni 2019 in Hannover verabschieden.

08.10.2018          4. Reisetag. …nach Madrid!

Der Reisetag macht seinem Namen alle Ehre, denn wir reisen heute, nach einem herzlichen Abschied von den Gastfamilien, weiter nach Madrid.
Herr Held hat auf der Hälfte der Strecke für uns einen Zwischenstopp eingeplant. Und so erreichen wir das wegen seiner Kathedrale berühmte Burgos. An der Bushaltestelle erwartet uns eine deutschsprachige Stadtführerin, die sich mit uns zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt aufmacht.

Über den Arco de Santa Maria betreten wir die Altstadt. Dort wachen kastilische Helden und Könige.

Unübersehbar erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe die Kathedrale de Santa Maria. Ein eindrucksvoller gotischer Bau, der an den Kölner Dom erinnert und auch etwa zur selben Zeit gebaut wurde. Grundsteinlegung war im Jahr 1221 (sehr leicht zu merken, wie die Stadtführerin mehrfach betont). Einer der Bauherren war denn auch Juan de Colonia, Hans von Köln. Die Kirche wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Wir haben sogar die Zeit, einen kurzen Blick ins Innere der Kirche zu werfen, dessen Mittelschiff sich auf gewaltigen Pfeilern erhebt. In der Kathedrale ruhen unter anderem die Gebeine von El Cid. Die Stadt Burgos ist eng mit dem spanischen Nationalhelden El Cid verbunden. Rodrigo Díaz de Vivar wurde um 1043 in der Nähe von Burgos geboren und wurde zur Leitfigur des Kampfes der Christen gegen die maurische Herrschaft.

Burgos ist heute auch eine wichtige Station auf dem Camino, dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Und nicht nur müde Pilger ruhen sich gerne neben der Statue des Pilgers aus.

Nach der Führung kommen wir in ein typisch spanisches Restaurant, wo die Tische schon für uns gedeckt sind.

Der Reisebus fährt mit uns weiter durch eine sich deutlich wandelnde Landschaft. Die grünen Berge des Baskenlandes weichen trockenen Ebenen. Die Farbe der Landschaft ist jetzt Ocker. Abgeerntete Felder, vertrocknete Sonnenblumen, aber auch Weiden, auf denen ein Schafhirte mit seiner Herde unterwegs ist, so präsentiert sich uns die vorüberziehende Landschaft. Währenddessen üben einige Mädchen im Bus für das nächste Konzert, andere halten ein Nickerchen.
Bei guter Sicht sehen wir schon aus 60 km Entfernung Madrid. Dort angekommen, beziehen wir ein schönes altes Hotel. Das Treppenhaus empfängt uns mit Stuckdecken und ausgetreten Stufen. Wer hier wohl schon alles gewohnt hat? Nach einem gemeinsamen Abendessen sammeln wir Kräfte für den nächsten Tag, denn morgen geht’s zum „Colegio Alemán“ mit Probe, Workshop und Konzert.

09.10.2018          5. Reisetag. Konzert in Madrid

Herr Martinus, Lehrer an der Deutschen Schule in Madrid heißt uns willkommen.

Die erst vor 3 Jahren eröffnete Schule ist eine integrierte Begegnungsschule in privater Trägerschaft, die dem Gedanken der interkulturellen Begegnung verpflichtet ist. In der „Werner-von-Siemens Aula“ findet mit Schülern des Musikkurses des 10. und 11. Jahrgangs, unter der Leitung von Frau Professor Schröfel bei dem gemeinsamen Workshop, zunächst ein intensives Voice Training statt. Anschließend probt Herr Felber mit beiden Chören, also auch Männerstimmen, das Stück “fascinating rhythm“. Auch die spanischen Schüler sind mit Eifer dabei. Die Madrilenen wohnen dann einer Probe des Mädchenchores unter Frau Schröfel bei. Sie demonstriert eindrücklich, wie man das romantische Lied „Der Wassermann“ von Robert Schumann ausgestalten kann. So wird zum Beispiel auf die Intonation und die Homogenität der Vokale besonderen Wert gelegt. Das sich anschließende gemeinsame Konzert wurde auf großen Plakaten angekündigt: Es wird – wie zu erwarten war – ein voller Erfolg. Sowohl der Part des Mädchenchores, als auch das gemeinsame Schlusslied  werden begeistert mit schallendem Applaus belohnt. Nach einem Mittagessen in der Mensa der Schule verabschieden wir uns bis zum April 2019. Dann werden uns 40 Schüler/innen in Hannover besuchen.

Jetzt ist erstmal eine kleine Siesta im Hotel angesagt. Und dann…, psst, noch geheim, dann soll es eine Überraschung geben ……

Wir treffen uns zu einem gemeinsamen Abendessen und gehen dann über die Plaza Mayor zu einer kleinen Taberna. Und: Die Überraschung ist dem Chormanagement unter Herrn Held nun wirklich perfekt gelungen!Wir gehen zu einer Flamenco-Show! In dem Raum haben wir an kleinen Tischen alle Platz. Vor uns befindet sich eine Bühne und bald beginnt das Konzert, zunächst mit einem virtuosen Gitarrenspiel (guitarra) bei dem die Spielhand des Gitarristen typischerweise wie ein geöffneter Fächer über die Saiten gleitet.
Zum Flamenco, der 2010 zum immateriellen Kulturerbe erklärt wurde, gehört traditionell auch der Gesang (cante). Ein Sänger und eine Sängerin erzählen uns mit ihren teilweise orientalisch anmutenden Melodien, deren Töne zwischen den vertrauten Tonleitern liegen, eine Geschichte voller Leidenschaft. Auch wenn wir den Inhalt nicht wörtlich verstehen, sind wir alle gefesselt, besonders als die Flamencotänzerin ihre Emotionen in ihren kraftvollen, rhythmischen Bewegungen und ihrer Mimik ausdrückt. Am Ende des begeisternden Programms dürfen einige Mädchen Grundkenntnisse im Flamenco auf der Bühne erlernen. Sie meistern das bravourös. Mit standing ovations feiern wir die Flamencodarsteller, denen, als sich der Mädchenchor mit dem Lied „Värmlandsvisan“ bedankt, die Tränen in den Augen stehen.
Hier begegneten sich zwei sehr unterschiedliche Musikstile, die beide mit großer innerer Beteiligung vorgetragen wurden. Ein unvergesslicher Abend!

10.10.2018          6. Reisetag. Madrid

Heute lernen wir Madrid zunächst vom Bus aus kennen. Isabell, eine deutschsprachige Madrilenin, begleitet uns auf unserer Stadtrundfahrt. Sie erzählt uns viel über die Stadtentwicklung, das kontinentale Klima und verschiedene Baustile. Wir starten unweit des Neptunbrunnen und fahren durch elegante Straßen, deren Häuser wunderschöne Fassaden im Pariser Stil haben und allesamt im 18. Jahrhundert gebaut wurden.

Einen Kontrast stellt das Atocha-Denkmal dar, das wir am Bahnhof passieren und das an den 2004 verübten Anschlag von al-Quaida mit 192 Toten erinnert. Wir passieren die größte Stierkampfarena Spaniens im Stadtviertel Salamanca und einige wundern sich, dass es dieses umstrittene Ritual noch gibt. Etwas später halten wir am Santiago-Bernabéu-Fußballstadion von Real Madrid an.

Als wir auf dem Rückweg zur Innenstadt am Palacio de Cibeles vorbeikommen, steigen wir lieber nicht aus. Das ehemalige Hauptpostgebäude beherbergt die Stadtverwaltung. Kurz darauf am Palacio Real scheint die Sonne wieder. Mit Isabell gehen wir bis zu einer kleinen Anhöhe, von der aus wir auf die Kathedrale Nuestra Señora de la Almudena schauen. Für diese Kirche wurde 1883 der Grundstein gelegt und erst 1993 wurde  sie vom Papst geweiht. Nach einem leckeren Mittagessen gehen die Mädchen in Kleingruppen durch die Stadt. Ein begehrtes Ziel sind die Chocolaterias.Besonders die Churros mit der dickflüssigen Schokolade haben es vielen von uns angetan. Bestimmt haben auch viele das Cervantes Denkmal besucht. Man kann Don Quichotte und seinen Diener Sancho Panza bestaunen. Über den beiden Bronzefiguren thront in der Sonne Cervantes. Fast jeder sieht außerdem das Wappen Madrids als Denkmal auf der Plaza de la Puerta del Sol.

Gemütlich klingt der letzte gemeinsame Abend aus. Morgen geht es nach Barcelona. Dort werden einige Mädchen wieder in Gastfamilien wohnen. ¡Hasta mañana!

11.10.2018          7. Reisetag. Madrid nach Barcelona

Heute brechen wir mit dem Bus von Madrid nach Barcelona auf. Alle suchen sich ihre Beschäftigung. Für mich ergibt sich die Gelegenheit, Sina Günther zu interviewen, die uns sowohl als Aufsichtsperson als auch als Solosopranistin auf dieser Konzertreise durch Spanien begleitet.

Karriere einer Mädchenchorsängerin

Sie erzählt mir, dass sie bereits im Alter von 10 Jahren Gesangunterricht an der Musikschule in Bad Münder erhalten hat. Allmählich entwickelte sich die Liebe zur klassischen Musik und der Wunsch, Opernsängerin zu werden. Das Gymnasium in Hameln hatte einen Schwerpunkt für Musik. Dort sang Sina mehrmals im Jahr bei Konzerten, die im Theater in Hameln stattfanden.

Sina hatte mit 13 Jahren einen Aufritt bei der Hochzeit ihrer Tante. Ein Zuhörer aus Hannover empfahl ihr im Anschluss an das Konzert eine Vorstellung beim Mädchenchor Hannover.
Tatsächlich war Sinas Leidenschaft für den Gesang so groß, dass sie die weite Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Kauf nahm und beim Mädchenchor vorsang. Mit 13 Jahren wurde sie direkt als Quereinsteigerin in den Konzertchor aufgenommen. Gerne probte sie 5 Stunden pro Woche mit dem Chor und war glücklich, als sie später – sogar alleine – bei Frau Schröfel Stimmbildung erhielt.

Sechs Jahre lang sang Sina beim Mädchenchor, bei dem sie das professionelle Arbeiten geschätzt und die Gemeinschaft geliebt hat. Großartig sei es übrigens auch gewesen, über den Mädchenchor mit Berufsmusikern zusammenzuarbeiten und in großen Konzertsälen auftreten zu können – überhaupt auf dieser professionellen Ebene so viel erlebt zu haben.

Nach dem Abitur hat sie sich über ein Jahr lang intensiv auf die Aufnahmeprüfung für ein Gesangsstudium vorbereitet. Nebenbei hat sie im Chorbüro ausgeholfen, jüngeren Mädchen aus dem Chor Stimmbildung gegeben und natürlich während des ganzen Jahres im Chor mitgesungen.

Während der letzten Jahre gab es immer wieder Auftritte bei verschiedenen Konzerten im In- und Ausland und bei anderen Gelegenheiten. Kürzlich hat die Sopranistin sogar ein eigenes Konzert in der Münsterkirche in Hameln gegeben.

Verdi ist Sinas Lieblingskomponist. Sie liebt seine Opern und singt gerne seine Lieder. Aber auch Mozart sei faszinierend. Lieblingslieder könnte sie viele benennen, jedes habe seine speziellen und liebenswerten Eigenschaften. Aber sie habe eine Lieblingsoper und diese sei „La Bohème“.

2017 wurde Sina dann an ihrem Wunschort, der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig aufgenommen und studiert dort seitdem bei Prof. Caroline Stein Gesang.
Nur 13 Studierende sind in diesem Jahrgang dabei – und das ist schon ein großer Jahrgang.
Spannend findet die Sängerin die internationale Zusammensetzung der Studierenden, denn viele kommen aus dem außereuropäischen Ausland. Sie genießt das Studium und ist dankbar, ihren Traum verwirklichen zu können.

Sechs Jahre dauert das Studium und dann schließt sich hoffentlich der Traum vieler an, auf einer großen Opernbühne zu singen.

Eine besondere Ehre sei es nun, den Konzertchor auf dieser Reise zu begleiten und sogar während der Konzerte eigene Auftritte zu haben. Sina singt „Die Lotusblume“ von Robert Schumann und von Mozart die Arie der Despina „In uomine“ aus „ Così fan tutte“. Außerdem können wir ihre Stimme bei Rossinis „La carita“ und bei „Salut printemps“ von Debussy genießen.

Wir freuen uns auf das nächste Konzert. Nach mehreren Pausen und der Begegnung mit dem Nullmeridian erreichen wir Barcelona. Ein Teil der Mädchen wird von freundlichen Gastfamilien aufgenommen, die anderen kommen in einem Hostel unter. Morgen erwartet uns ein spannender Probe-/Konzerttag!

 

12.10.2018          8. Reisetag. Barcelona und Palau Mittagskonzert

Der Tag beginnt mit einer Probe des Mädchenchores im Palau de la Música de Catalana. Das 1905-1908 von Domènech i Montaner errichtete Konzerthaus beeindruckt schon von außen: Dort sind bildhauerische Elemente, die sich auf die Musik beziehen mit barocken Bauelementen gemischt. Im Inneren wollte der Architekt einen „Garten für die Musik“ gestalten und bezog für seine blumigen, farbenfrohen Elemente auch Glas und Keramik ein. Besonders typisch sind Mosaikmuster.

Nach der Probe erhalten wir eine Führung durch das wunderschöne Gebäude des Modernisme, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Besonders beeindruckend ist der Konzertsaal mit mehr als zweitausend Sitzplätzen. Saal und Bühne bilden eine harmonische Einheit. Die Bühne wird im oberen Bereich von Orgelpfeifen dominiert. Zum Abschluss der Führung hören wir die Orgel mit „Toccata und Fuge in d-Moll“ von J.S. Bach.

Unter den Pfeifen inspirieren Musen die Musiker und Zuhörer. Die große Glaskuppel symbolisiert die Sonne des Musikgartens und lässt Tageslicht herein. Im Anschluss gibt der Mädchenchor Hannover das Mittagskonzert in dieser historischen Kulisse und diesem bedeutenden Konzertsaal. Die Mädchen singen vor einem staunenden Publikum ein a cappella Programm mit folgenden Werken:

„Sanctus“ von Caplet
„Sancta Maria“ von Nyström
„Der Wassermann“ von Robert Schumann
„Värmlandsvisan“ von Hugo Alfèn

Dieser Genuss ist nur ein Vorgeschmack auf das größere Konzert am Sonntag. Nach einer wohlverdienten Pause beginnt eine Probe zusammen mit dem katalanischen Chor „Cor de Noies de l´Orfeó Català“.
Fast hundert Mädchen singen zusammen. Zunächst studieren die Mädchen mit der spanischen Chorleiterin Buia Reixach „Dues cançons populars catalanes“ ein. Der spanische Text der Volksweisen wird vorher übersetzt.  Mit Herrn Felber singen die Sängerinnen das „Salve Regina“ von Busto und mit Frau Schröfel wird das schwedische Lied „Värmlandsvisan“ geübt. Auch jetzt wird der Text zunächst für alle verständlich übersetzt, damit der Gesang den Inhalt unterstreichen kann. Es folgt die Probe des Stückes „Miserere“ von Gregorio Allegri mit der spanischen Chorleiterin. Nach dem Abendessen fallen alle müde ins Bett. Morgen fahren wir nach Cervera. Beide Chöre werden in der Universität gemeinsam auftreten.

13.10.2018          9. Reisetag. Konzert in Cervera

Mit Herrn Held als Stadtführer erkunden wir am Vormittag Barcelona. Gemeinsam schlendern wir über die berühmte Flaniermeile Barcelonas, die Ramblas, genießen das vielfältige Angebot von frischem Obst, Fisch und spanischen Delikatessen in der Markthalle und treffen zufällig Sängerinnen des Zaria Koru aus Errenteria wieder. Die Wiedersehensfreude mit den Gastschwestern ist groß. Weiter geht es durch das Barrio Gótico, dem ältesten Stadtviertel Barcelonas, zum Plaça Reial (katalanisch für Königlicher Platz). Der rechteckige Platz ist von allen Seiten von gotischen und Renaissance-Gebäuden umgeben. In der Mitte des mit Palmen bepflanzten Platzes befindet sich ein Brunnen, dessen Rand sich hervorragend für eine kleine Eiszeit eignet.
Nach dem Mittagessen geht es mit dem Bus nach Cervera, dem früheren Sitz der Universität von Barcelona. Dort ist in der Universität ein gemeinsames Konzert mit dem „Cor de Noies“ geplant.
Und dieses Konzert ist das beste der bisherigen Reise. Die Freude und Professionalität, mit der die Mädchen singen, ist ansteckend und macht das musikalische Erlebnis zu einem Hochgenuss.
Und als besonderes Überraschungsmoment kommt heute noch der „Chorstreich“ dazu. Der Chorrat hat sich etwas Besonderes ausgedacht, um die Chorleitung zu überraschen. Sie haben sich eine Choreografie zu dem Lied „ Der Wassermann“ von Schumann ausgedacht. Marilou überzeugt als Linde, um die mehrere Jungfern tanzen. Der fremde Jüngling Imke reicht der schönen Maid Sulamith die bleiche Hand und tanzt mit ihr in die Wellen des Neckars hinein, während Mutter Theresia um die Tochter weint. Eine sehr beeindruckende Inszenierung. Großartig sind auch wieder die Soli, gesungen von Anna Schote und natürlich von Sina Günther. Auch Amalie Ernst und Lisa Thomae ernten viel Beifall und werden mit jeder Aufführung noch besser. Nicht unerwähnt bleiben soll auch das Terzett mit Anna Schote, Imke Constapel und Lemona Simon.
Zufrieden und glücklich fahren alle zurück nach Barcelona und träumen vielleicht vom morgigen Konzert, dem Höhepunkt der Reise!

14.10.2018          10. Reisetag. Konzert Palau de la Música

Am Morgen werden die Koffer gepackt, die Mädchen singen im Hostel noch ein Abschiedslied und machen sich mit dem Markenzeichen der Gruppe, den roten Kleidersäcken, auf den Weg zum Petit Palau.

Zu einem Saal innerhalb des großen Palau de la Música Catalana, dem Sitz des Orfeó Català, dem bedeutendsten Chor Kataloniens.

Der Chor hat tatsächlich eine eigene Garderobe: Nach Einsingen und Probe beginnt das ersehnte Konzert. Der Saal ist sehr gut besucht und unter den Gästen befinden sich sogar zwei ehemalige Chormitglieder. Eine Sängerin, die vor mehr als zwanzig Jahren beim Chor mitgesungen hat und unsere liebe Rixte Gerdes, die bis vor kurzem zum Ensemble gehörte.
Im Programm gibt es ein paar kleine Änderungen; so werden noch die „Litanies à la vierge noire“ von Francis Poulenc vorgetragen, was für eine Bereicherung! „La carità“ von Rossini ist auch wieder dabei und wird so konzentriert, genau und gefühlvoll gestaltet, dass ich am Ende des Stückes meine, selten etwas so Schönes gehört zu haben.
Ich habe mir spaßeshalber verschiedene Varianten von „ La carità“ auf YouTube angehört und keine Fassung gefunden, deren Klang annähernd so gut wie der unseres Chores ist.
Jetzt endlich muss auch einmal unser hervorragender Pianist Nicolai Krügel erwähnt werden. Ein absoluter Perfektionist, der nicht nur die Töne, sondern auch die emotionalen Zwischentöne genau trifft und den Chor ideal begleitet.
Auch heute gibt es, in dem abwechslungsreichen Programm wieder zahlreiche Soli. Lisa Thomae, Anna Schote, Sina Günther, Imke Constapel, Theresia Wessel und Lemona Simon. Und als „Due gatti“ Johanna Stegemann und Helena Simon. Zum Abschluss, nachdem der Cor de Noies de l´Orfeó Català gesungen hat, gibt es noch drei gemeinsame Lieder, jeweils von einem anderen Chorleiter dirigiert. Es ist wieder einmal das beste Konzert!
Glücklich feiern die Sängerinnen ihren Erfolg.
Nach einem gemeinsamen Goodbye-Lunch begeben wir uns auf die Rückreise.
Mit einer Stunde Verspätung fliegen wir los. Am Düsseldorfer Flughafen stellen wir fest, dass sechs Gepäckstücke fehlen. Die Aufklärung dieser Panne dauert seine Zeit.
Es ist schon hart für die Mädchen erst um 3.30h am Montagmorgen in Hannover anzukommen. In wenigen Stunden beginnt die Schule.
Gut, dass die großartigen musikalischen Erlebnisse und das Gemeinschaftsgefühl des Mädchenchores Hannover die Müdigkeit (auch der Eltern, die die Ankommenden in Empfang nehmen?) aufwiegen.

Es war eine gelungene Konzertreise!
Bravo, ihr Mädchen, ihr seid alle großartig!

Vom 04.  – 15. 10. 2017

JAPAN

Workshops, internationale Begegnung und Konzerte in den Städtden
Hamamatsu (06.10.17),
Ichinomiya (08.10.17),
Hiroshima (10. und 11.10.17) und
Tokushima (13.10.17).

Chorleitung Gudrun Schröfel und Andreas Felber

Girls Choir Hanover
Nicolai Krügel, piano
Conductors: Gudrun Schröfel and Andreas Felber

Robert Radecke
Im Wald, im hellen Sonnenschein

Ogura Rō
Hotaru Koi

Wolfgang Amadeus Mozart
Six nocturnos
Luci care, luci belle
Due pupille amababile
Piu non so trovano
Mi lagnero
Ecco quel fiero instante
Se lontan

Wolfgang Amadeus Mozart: (from the opera «Zauberflöte» (magic flute)
Seid uns zum zweiten Mal willkommen

Franz Schubert
Ständchen

Robert Schumann
Romanzen für Frauenstimmen, op. 69 und op. 91
Jäger Wohlgemuth
Der Wassermann
Soldatenbraut

Johannes Brahms
12 Lieder und Romanzen op. 44
Barcarole
Die Nonne
Der Bräutigam

Johannes Brahms
Ave Maria

Josef Rheinberger
Wie lieblich sind deine Wohnungen

Engelbert Humperdinck
From the opera «Hänsel und Gretel»
Suse, liebe Suse
Brüderchen komm tanz mit mir
Abendsegen

Bohuslav Martinu
Das Maifest der Brünnlein

Burt Bacharach
I say a little prayer for you

Gustav Holst
Ave Maria

Hugo Alfvèn
Värmlandsvisan

Francis Poulenc
Litanies à la Vierge noir
Ave Maria
Ave verum
Petits voix

Claude Debussy
Salut printemps

Max Reger
Mariä Wiegenlied
Im Himmelreich ein Haus steht
Abendgang im Lenz
Frühling lässt sein blaues Band

André Caplet
Sanctus

Knut Nystedt
Sancta Maria

Einojuhani Rautavaara
Wenn sich die Welt auftut

Arvo Pärt
Peace Upon You Jerusalem
2 Beter

Herwig Rutt
Autumn Comes
(England)

Fredrik Sixten
Hymn of Hope

Cy Coleman
Witchcraft

Vom 04.  – 15. 10. 2016

CHINA

Konzerte in Shanghai, 
Jincheng,
Tianjin und
Beijing

1.10-12.10.16

Die NDR Radiophilharmonie und der Mädchenchor Hannover waren in diesem Jahr fast zeitgleich zu einer Konzerttournee nach China eingeladen. Der MCH vom 1. – 12.Oktober, die RPH vom 11. – 23. Oktober 2016.
Der Mädchenchor Hannover wurde von der chinesischen Konzertagentur „Mao“ eingeladen und in der Organisation der Reise von „China Concerts“ unterstützt. Die Reise wurde u.a. von der Chinesischen Botschaft, dem Auswärtigen Amt, dem Goethe-Institut und dem MWK gefördert. Unsere Konzertorte waren Shanghai, Jinsheng, Tianjin, Beijing. In der Shanghai Concert Hall und der Tianjin Concert Hall konzertierte der Mädchenchor in denselben Konzertsälen wie die NDR-Radiophilharmonie einige Tage später.

01.10.2016 – Reisetag

Gegen 16.00 Uhr nimmt Frau Qing Liu-Weiberlenn, unsere Konzertmanagerin von China Concerts, alle Teilnehmerinnen der Konzertreise des Mädchenchor Hannover  am Flughafen in Empfang. Die Stimmung ist – wie immer bei Reiseantritt – gut. 

02.10.2016 – Shanghai

Nach anstrengender Reise endlich in Shanghai. Am Flughafen werden wir mit einem riesigen Blumenstrauß von unserer Reiseleiterin, Frau Zhao empfangen. Die Busfahrt zu unserem Hotel zeigt das übliche Vorstadtgrau, zahlreiche Plattenbauten gigantischen Ausmaßes und Hochhäuser, so weit das Auge reicht. Unser Hotel, das Huajing, liegt im Nordosten der Stadt.

Ein chinesisches Abendessen wird prompt geliefert und erstaunt uns in seiner fremdländischen Exotik so sehr, dass es der einen oder anderen glatt den Appetit verschlägt.

Der Abend wird nicht lang, alle haben ein bisschen Schlaf nachzuholen und wollen für das morgige Konzert gut ausgeruht sein.

03.10.2016 – Shanghai (Shanghai Concert Hall)

Nach dem chinesischen Nationalfeiertag am 1. Oktober haben die Chinesen einige Ferientage zusätzlich und die Stadt ist voller Menschen. Wir hoffen also auf guten Besuch unserer Konzerte. Um 14.30 Uhr geht es zu unserem ersten Konzertort auf dieser Reise, der Shanghai Concert Hall. Der monumentale Stil mag aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts stammen, gewiss ist die Zeit ein bisschen darüber hinweg gegangen, doch finden wir einen Konzertsaal mit hervorragender Akustik für 650 Zuhörer vor. Auf dem Plakat werden übrigens Les Arts Florissants mit William Christie angekündigt.

Ein ausverkaufter Konzertsaal! Das heißt zusätzliche Motivation, dem Publikum das Programm so gut wie möglich zu servieren. In der Probe müssen wir uns in der Stimmbalance an den Raumklang gewöhnen: die Nocturnos von Mozart müssen noch deutlicher artikuliert werden, „Salut printemps“ von Debussy bedarf noch mehr dynamischer Differenzierung.

Im Konzert vor Publikum am Abend war der Klang sehr brilliant, die Textverständlichkeit äußerst klar, so dass in dem chinesischen Chorsatz, auswendig gesungen, für die Chinesen jedes Wort verständlich war.

Die Zuhörer – ein ausgesprochen aufmerksames und offensichtlich fachkundiges Publikum – hörten sehr interessiert zu – keine Selbstverständlichkeit bei Chinesen – und applaudierten begeistert.

Nach dem Konzert mussten Gudrun Schröfel und die Chormädchen Autogramme geben und CDs unterzeichnen. 

In der Garderobe besuchte uns Hanna geb. Hesse, ein früheres Chormitglied, die mit ihrer Familie seit 10 Jahren in Shanghai lebt.

04.10.2016 – Shanghai (Shanghai Concert Hall)

Ein weiterer Tag in Shanghai. Nach dem Frühstück fahren die Mädchen mit der U-Bahn zum Bund, der Uferpromenade in Huangpu, die zur Expo 2010 „herausgeputzt“ wurde . Von dort hat man einen tadellosen Blick auf den Stadtbezirk Pudong mit seiner beeindruckenden Skyline, die das beigefügte Foto nur schlecht wiedergeben kann. Leider haben wir nicht viel Zeit für die Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, die diese riesige Stadt zu bieten hat. Nach Mittagessen und etwas Freizeit geht es wieder in die Shanghai Concert Hall, wo das zweite Konzert unserer Reise zu singen ist.

Im 2. Konzert hat sich der Chor noch besser an die Akustik im Saal gewöhnt, so dass die Kompositionen von Arvo Pärt und die Romanzen von Brahms und Schumann sehr ausdrucksstark und deutlich transparenter zu Gehör gebracht werden. Die Mädchen haben sich, was ihren Gestaltungswillen betrifft, noch einmal gesteigert.

05.10.2016 – Jincheng

Pünktlich um 05.30 Uhr (!) verlassen wir das „Tor zur Welt“, wie Shanghai auch genannt wird, und fahren zum Flughafen, um nach Zhengzhou zu fliegen, von wo es dann mit dem Bus nach Jincheng weitergehen soll – eine ziemlich lange Reise.

Die Fahrt über Land nach Jincheng zeigt uns Landschaften, die wir bisher in China nicht zu Gesicht bekommen haben, u.a. zerklüftete Felsregionen und hohe Berge mit tiefen Einschnitten, an deren Grund sich klare Seen spiegeln, wie wir sie von chinesischen Tuschezeichnungen kennen. Doch haben viele der Mädchen kaum einen Blick für die Landschaft, weil die müden Augen fest geschlossen sind.

Als wir unser Hotel in Jincheng erreichen, werden wir schon vor dem Eingang mit einer großen Leuchttafel begrüßt:

… ny to visit our hotel!”

Nach dem Bezug herrlicher Zimmer und einer Mahlzeit, die keine Wünsche übrig lässt (sogar „nackte Nudeln“, wahlweise mit Tomatensauce finden sich im Angebot!), teilen wir uns auf.

Die Mädchen brechen zu einer Besichtigung der Altstadt von Jincheng auf, während Frau Schröfel einen Workshop für 35 Chorleiter und den Jincheng Chor des Kunstzentrums gibt. Dieses beherbergt unter einem Dach unterschiedliche Möglichkeiten, sich künstlerisch zu betätigen, es gibt Ballet, Oper, Theater, Kunstausstellungen. Der Leiter des Art Palace ist hoch erfreut über die Möglichkeit, von einer deutschen Chorleiterin unterrichtet zu werden. Es gibt einen regen Austausch kultureller Besonderheiten der beiden Länder China und Deutschland. Neben der musikalischen Arbeit an einem chinesischen und einem deutschen Stück muss Frau Schröfel  für unzählige Fotos mit immer wechselnden Gruppierungen herhalten.

Unterdessen sind die Mädchen zum Besuch der Altstadt von Jincheng aufgebrochen. Es gibt dort eine Burganlage aus der Ming-Zeit zu besichtigen, außerdem findet just in time die Aufführung einer altertümlichen Hochzeit statt. Kurz vor der Rückfahrt zum Hotel singen die Mädchen auf dem Parkplatz Mendelssohns „Hebe deine Augen auf“ , da bleibt auch so manches chinesische Auge nicht trocken.

06.10.2016 – Jincheng (Jincheng Art Theater)

China ist ein Land großer Gegensätze, was uns tagtäglich vor Augen geführt wird. Hier Hightech vom Feinsten, da Straßenkehrer wie aus Urgroßvaters Zeiten. Hier ein vor Sauberkeit blitzender Flughafen mit Granitfliesen, von denen man essen könnte, da Treppenhäuser, die vor Schmutz starren und übele Gerüche verströmen. Hier – und das ist ein Thema, das einen MÄDCHENchor besonders bewegt – feine Toiletten in der VIP-Lounge des Jincheng Art Theater, im selben Haus aber unappetitliche Löcher, die man nicht mal ansehen, geschweige denn betreten und benutzen möchte.

Ein anstrengender Tag liegt vor uns, gleich zwei Konzerte gilt es zu absolvieren. Die Konzert-Halle ist neben 1500 Plätzen mit einer grandiosen Video-Installation bestückt, die den Chor mit einem „World Classical Chorus Concert“ ankündigt.

Der Saal ist akustisch äußerst schwierig, insofern dauert die Stellprobe sehr viel länger als geplant. Die Solistinnen müssen sich an Mikrofone gewöhnen, so dass die Choreografie der beiden Duette aus „Hänsel und Gretel“ spontan verändert werden muß. Zwei Konzerte im Rahmen eines Festivals am selben Tag, eines um 15.00 Uhr, ein zweites um 19.30 Uhr, das bedeutet eine große Herausforderung für so junge Leute. Beide Konzerte  finden in dieser sehr großen, gut gefüllten Halle statt. Der Chor wächst über sich hinaus.

Im Abendkonzert ist der Chorklang frei von Anstrengungen, die Mädchen singen lustvoll und sind begierig, jede musikalische Geste von Gudrun Schröfel umzusetzen.

Katharina Held, Maria Rüssel, Elisa Hennig (sie singt zum ersten Mal „Suse, liebe Suse“), Charlotte Pohl und Natalie Bühl sowie einige Mädchen mit kleineren solistischen Aufgaben schlagen sich in dieser wirklich schwierigen Akustik sehr beachtlich. Es ist für alle eine wichtige Erfahrung, – auch mit solchen Situationen muß man umgehen können. 

Hier erleben wir allerdings das Publikum von einer Seite, die wir bisher nur vom Hörensagen kennen: Fröhliche, schwatzende Menschen. Aber die Mädchen sind professionell genug: sie geben ihr Bestes und singen, als ob sie vor einem kunstbeflissenen, kenntnisreichen (Fach-) Publikum sängen. Auch dies gehört zur Bildung der Mädchen, die sich mit jeder Reise in ein fremdes, außereuropäisches Land vermehrt.

07.10.2016 – Tianjin

Von Jincheng nach Tianjin haben wir mit dem Bus eine 12-stündige Reise vor uns. Es regnet in Strömen, so dass die vorbeifliegende Landschaft in trübes Grau getaucht ist. Die Mädchen vertreiben sich die Zeit, indem sie Reime konstruieren, Spiele spielen, lesen und dösen.

Wir erreichen Tianjin in der Dunkelheit, doch zieht uns die Stadt sofort in ihren Bann: Phantastische Wolkenkratzer, breite, saubere Straßen, belebte Plätze mit vielen unternehmungslustigen Menschen, Brücken, die bestimmt aus Architekturwettbewerben hervorgegangen sind, dazwischen neoklassizistische Bauten. Wir checken im IBIS- Hotel am Bahnhof ein, danach geht es ins “Lokal zum Goldenen M“, eine angesichts der für manche Mädchen  schwer (oder auch ganz schnell) zu verdauenden chinesischen Küche willkommene Abwechslung. Bei der Rückkehr ins Hotel sieht man dann auch auf vielen Gesichtern eine zufriedene Sattheit oder satte Zufriedenheit, ganz nach Lesart.

08.10.2016 – Tianjin (Tianjin Concert Hall)

Der Tag begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein, herrlich blauem Himmel und dezenter Spätsommerkühle, was die Lust auf Unternehmungen in der Stadt steigert. Der Vormittag ist frei, so dass sich die Mädchen in verschiedenen Gruppen aufmachen, um Tianjin näher kennen zu lernen.   

Ein Ziel ist der Antiquitätenmarkt im Westteil der Stadt, wo es viel zu sehen gibt: Lokale Altertümer aus dem Kalligraphie- und Schnitzbereich, diverse Mineralien, Bernstein fraglicher Provenienz, Elfenbein aus Gießharz, für das sicher kein Tier gewildert werden musste, daneben viele Händler, die dampfende Köstlichkeiten anbieten, und um die wir einen Bogen machen, Kleidung, Haarkämme und -spangen undundund. Einige der Mädchen sind erstaunlich gut im Feilschen, kaum eine kommt ohne Schätze ins Hotel zurück.

Nach Mittagessen und etwas Ruhe geht es zu unserem nächsten Aufführungsort, der Tianjin Concert Hall.  Das klassische Gebäude, in dem  sich etliche Bilder der europäischen Malerei besichtigen lassen, beherbergt außerdem einen herrlichen Konzertsaal mit ausgezeichneter Akustik und einem sehr guten Steinway-Flügel: fantastisch. Und die funktionsgerechten und wunderbar ausgestatteten Backstage-Räumlichkeiten lassen uns staunen. Obgleich wir wieder eine ausführliche Probe benötigen, um den Klang auf diesen wunderbaren Saal einzustellen, sind wir begeistert von dieser hervorragenden Akustik. Zur Probe gesellen sich auch die Mädchen und Jungen des chinesischen Kinderchores, die mit den Hannoveranerinnen ein gemeinsames Lied singen. Die kleinen SängerInnen, lassen sich spielend leicht auf „unsere“ Chorleiterin ein und erhalten „nebenbei“ eine Lektion in vorzüglicher Stimmbildung.

Im abendlichen Konzert zeigen die Mädchen wieder ihr ganzes Können. Das Publikum ist heute aufmerksamer als in Jincheng, es gibt weniger Hintergrundstörgeräusche, doch hat auch hier die Hälfte der Zuhörer ein Handy vor dem Gesicht; Musik wird hier also direkt gehört und indirekt gesehen. Nach dem Konzert geht es dann zu wie beim Rockfestival:

Gudrun Schröfel kann sich kaum retten vor Fan-Fotos, Autogrammen, CD Unterschriften

09.10.2016 – Peking / Beijing (Quinghua University)

Peking / Beijing

Das Mittagessen nehmen wir in einer Art chinesischem Fast-Food-Restaurant ein, wo unsere Konzertmanagerin, Frau Liu-Weiberlenn eine für die Stadt Peking typische Mahlzeit bestellt hat. Da lässt sich für jeden Geschmack etwas finden.

Kurze Mittagsruhe und ab geht es an den Ort unseres letzten Konzerts, die Quinghua University. Diese gehört zu einer Gruppe von Elite-Universitäten, die auch international mithalten können. Der Campus ist ein sehr gepflegtes Gelände, auf dem die riesige, moderne Konzerthalle steht.Schon von außen und weitem sind die Mädchen auf einem großen Plakat sowie der Lichtreklame-Ankündigung des Tages in ihren roten Jacken gut zu erkennen.

Hier finden wir einen Konzertsaal mit optimalen akustischen Bedingungen, schon die Probe an den Rossini-Chören und dem „Ave Maria“ von Gustav Holst macht Lust auf das abendliche Konzert. Dieses findet vor einem sehr aufmerksamen und begeisterungsfähigen Publikum statt, in dem sich viele Hochschulangehörige und sehr viele junge Menschen befinden. Der 2000-Plätze-fassende-Konzertsaal ist zwar nicht ganz, aber doch gut gefüllt. Der Beifall steigert sich bis hin zu enthusiastischem Applaudieren und Bravorufen. Und da es unser letztes Konzert ist, darf natürlich der traditionelle Chorstreich nicht fehlen. Mozarts „Due pupille amabili“ erhält einen schmissigen neuen Text und die in Fußballstadien übliche La Ola-Welle wird durch Textbausteine ersetzt,

10.10.2016 – chinesische Mauer

Heute geht es zur Chinesischen Mauer, diesem mehr als 20.000 km langen Bauwerk, UNESCO Welterbe und Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt. 

Nach etwa eineinhalbstündiger Fahrt von Peking mit dem Bus nach Mutianyu stellen wir fest, dass sich seit unserem letzten Besuch vor 8 Jahren sehr viel hin zu einer europäisch/amerikanisch ausgerichteten Touristenattraktion getan hat. Sahen wir damals fast ausschließlich chinesische Kleinhändler an der Mauer, finden sich nun Straßenzüge mit allem nur erdenklichen Kitsch, Plastik, Essbuden usw. Doch kann man auch hübsche Kleinigkeiten als „Mitbringsel“ für die Daheimgebliebenen erwerben. 

Um auf die Mauer zu gelangen gibt es die sportliche und die bequeme Möglichkeit. Etliche Mädchen wählen Nummer eins und laufen hunderte von Treppenstufen nach oben.  Etwas gemütlicher kann man sich mit einer Seilbahn nach oben gondeln lassen. Oben angekommen, ist das Ergebnis das gleiche: Staunen über dieses Bauwerk, herrliche Weitsicht ins Land bei strahlendem Sonnenwetter und glückliche Gesichter allüberall. Natürlich wird ein gemeinsames Erinnerungsphoto geschossen (folgt), und auch sonst haben Handys und Photoapparate viel zu tun – man wird das zu gegebener Zeit ansehen können oder müssen. Und das Wetter… sagenhaft!

  Anschließend geht es in eine chinesische Restauration, wo wir die berühmte Peking-Ente zu

essen bekommen. Nach diesem Ausflug geht es zurück in den dichten Abendverkehr Pekings und hin zum Vogelnest, das wir uns von außen ansehen, bevor wir zurück ins Hotel fahren.

11.10.2016 – Peking / Beijing

Unser letzter Tag in China.

Früh starten wir mit der U-Bahn in die Verbotene Stadt, schon das ein Abenteuer für sich. In großem Gedränge 58 Menschen, auf verschiedene Eingänge verteilt, zügig in die Waggons zu bekommen, ist gar nicht so einfach, doch die Mädchen vom MCH sind auch dabei ein starkes Team.  Viel schwieriger gestaltet sich das Betreten der Verbotenen Stadt, gibt es doch an jeder Ecke Kontrollen, die bei vielen Menschen auch viel Zeit erfordern. So müssen z.B. am Haupttor noch einmal sämtliche Pässe gezeigt und registriert werden. Die Verbotene Stadt ist ein riesiges Areal mit 890 oder 9999,5 Bauwerken (je nach Lesart), das in seiner Anlage einzigartig ist. Neben den vielen Palästen und Pavillons befindet sich hier auch das Palastmuseum Peking. Die zwei Stunden, die zur freien Verfügung stehen, reichen sicher nicht aus, um alles zu sehen und sind doch genug Zeit für die Mädchen, sich einen Eindruck zu verschaffen.

Danach geht es (juhuuuu) ab in die Einkaufszonen Pekings, wo sich die Damen beim Feilschen um den besten Preis  wieder gegenseitig überbieten, wovon die Gespräche am Abendbrottisch Zeugnis ablegen.

12.10.2016 – Reisetag

Nach einer ereignisreichen KONZERT- und BILDUNGsreise, die den Horizont der jungen Leute in vielerlei Hinsicht erweitert hat, freuen sich alle auf ein deutsches Frühstück.

Fotos: Hedderich

Mädchenchor Hannover

Vom 16.  – 27. 10. 2015

ITALIEN

Konzerte in Venedig,
Bozen,
Bologna und
Rom

Konzertreise nach Italien 2015
16. Oktober 2015

Unser Abreisetag. Wir starten mit zwanzigminütiger Verspätung von der Christuskirche aus, nicht ohne unsere charmante Fahrerin durch einen männlichen Reisebegleiter ersetzt zu haben – auf einer Reise des MCH ist auch Manpower gefragt.

Unsere Fahrt wird zumindest anfänglich von etlichen Staus behindert, so dass wir über Sehnde und Lehrte die Autobahnauffahrt erreichen (müssen). Dann allerdings geht es zügig durch ein regennasses Deutschland bis nach Nürnberg, wo wir um 23 Uhr eintreffen. Die Jugendherberge erweist sich als ein wunderbar modernisiertes altes Gemäuer: Die 500 Jahre alte Kaiserstallung der Burg lässt auch in der Dunkelheit ihre außergewöhnliche Lage ahnen.

Doch steht den meisten von uns der Sinn nur noch nach einem Bett. Reisen ist anstrengend. 

17. Oktober 2015

Wieder steht uns ein reiner Reisetag bevor: Von Nürnberg geht es heute bis nach Venedig. Als wir pünktlich um 9 Uhr die Jugendherberge verlassen, liegt eine gut 700 km lange Strecke vor uns, die wir mit allen vorgeschriebenen Pausen bis etwa 19.30 Uhr hinter uns gebracht haben wollen. 

Bei schönem Wetter geht es via München, Innsbruck, Bozen und Verona zum Zielort. Nach einigen Formalitäten und einem millimetergenauen Einparkmanöver von Kay stehen wir vor unserem Hotel Venezia, das uns zwei Nächte lang beherbergen wird.

Zum Nachtessen geht es in eine sehr nah beim Hotel liegende Trattoria, wo wir mit Lasagne und Apfelstrudel (man lese und staune) gesättigt werden.

Morgen kommt dann endlich die Musik ins Spiel.

18. Oktober 2015

Das wird ein anstrengender Tag, haben wir doch gleich zwei Konzerte zu singen. Aber der Reihe nach.

Wir verlassen nach dem Geburtstagsfrühstück (Lucia begeht ihren 16. Geburtstag) um 9.15 Uhr das Hotel, um nach Tronchetto zu fahren, wo wir den Bus abstellen wollen. Als wir über die Ponte della Liberta auf Venedig zufahren, begrüßt uns die Silhouette der Stadt in fahlem Sonnenlicht, was einigen Mädchen wahre Begeisterungsrufe entlockt. Durch den Canale della Giudecca geht es zum Anleger Cornoldi, von dort zur Basilica di S. Marco, wo um 12 Uhr eine Messe beginnt, die vom Gesang der Mädchen bereichert wird.

Als wir die Kirche nach dem Gottesdienst verlassen, bemerken wir, dass das Wasser steigt: Im Vorraum von S. Marco bilden sich Pfützen und auch auf dem Markusplatz finden sich große Lachen. Wir begeben uns zum Campo SS. Apostoli, wo die “Comunita Evangelica Luterana di Venezia” residiert. Diese geschichtsträchtige und über lange Zeit auch kämpferische Gemeinde, die heute noch etwa 120 Mitglieder zählt und derzeit vom deutschen Pfarrer Bernd Prigge betreut wird, ist der Ort unseres zweiten Konzertes in Italien. Erst einmal heißt es, sich mit Pizza zu stärken, bevor die Proben beginnen.

Um 17 Uhr c.t.! beginnt das Konzert, das allerdings in der ersten viertel Stunde durch ein reges Kommen und Gehen etwas unruhig ist. Die Mädchen singen großartig und werden mit viel Beifall bedacht.

Gut gelaunt starten wir zum Abendessen in einem Restaurant direkt am Canale Grande. Die Vegetarier unter uns bekommen Plätze draußen zugewiesen, und es entbehrt nicht eines gewissen Flairs, am Wasser bei einbrechender Dunkelheit unter Heizpilzen die Mahlzeit einzunehmen.

Zwischenzeitlich hat es zu regnen begonnen, so dass wir den Heimweg mit Regenjacken und -schirmen antreten. Unser Boot nimmt uns am Anleger auf und fährt uns wieder zurück nach Tronchetto, zeitlich unterhaltsam von Frau Gudrun Romor, einem Mitglied des Kirchenvorstandes in SS. Apostoli verkürzt. 

Kay fährt uns zurück ins Hotel, wo wir alle nur noch eines wollen: Ins Bett.

Morgen geht’s weiter nach Meran. Erst aber machen wir Venedig noch ein bisschen unsicher…

19. Oktober 2015

Wettervorhersage für diesen Montag: Ergiebiger Regen. In der Nacht ist das Geplätscher von oben deutlich zu vernehmen. Am Morgen ist der Himmel noch unentschlossen, doch klärt sich – wie so oft im Leben – manches ganz von selbst.

Wir verlassen unser Hotel Venezia am Morgen pünktlich! und fahren ein weiteres Mal nach Venedig, allerdings nicht, um zu musizieren, sondern um noch ein wenig von der so berühmten Stadt zu sehen. Wir parken den Bus wieder auf der Isola del Tronchetto und setzen mit “unserem” Boot nach Cornoldi über. Dort trennen sich unser aller Wege, in Gruppen erkunden die Mädchen Stadt, Kirchen, Plätze, Museen und Geschäfte, jede(r) auf seine Art und soviel in drei Stunden zu schaffen ist, denn genau um 14.15 Uhr müssen wir uns wieder am Bootsanleger treffen, um Venedig Adieu und Meran buona sera zu sagen.

Auf dem Weg nach Meran zeigt sich der Himmel in schönstem Blau, die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel und verleiht den umliegenden Bergen eine unnachahmliche Färbung. Gegen 19 Uhr erreichen wir die Jugendherberge in Meran, es gibt eine Brotzeit, danach nur noch “Abendgeselligkeiten”.

Es ist auf dieser Reise erfreulich, mit der derzeitigen Chorbesetzung Konzerte zu geben und gleichzeitig eine menschlich so wunderbare Chorgemeinschaft zu (er)leben.

Morgen geht es zum Singen nach Bozen.

20. Oktober 2015

Strahlender Sonnenschein begrüßt uns, als wir aus den Jugendherbergsfedern kriechen. Wir haben das Gebäude und die Umgebung bei unserer Ankunft nur in Dunkelheit gesehen und sind nun ganz begeistert von diesem schönen Fleckchen Erde. Bis zum Mittagessen bleibt genug Zeit, den sehr überschaubaren Ort zu erkunden.

Meran ist ja schon im 19. Jahrhundert als Kurort bekannt gewesen, mit seinem mediterranen Klima, wovon die Flora zeugt, und der “guten Luft” taugte es zur Erholung von allen möglichen “Lungenleiden”. Für uns, den MÄDCHENchor, ist es gut zu wissen, dass es hier seit 1988 ein privat geführtes Frauenmuseum gibt.

Die “Pizzaria Principe” ist unser Ziel für’s Mittagessen, das aus Penne Bolognese, con Verdura und Tiramisù besteht. Der wahre Hit ist allerdings, dass Jean Reno, bekannt aus “Léon – Der Profi” hier kellnert – zumindest sieht einer der Cameriere so aus wie der berühmte französische Schauspieler – Bilder auf Wunsch!

Nach dem Mittagessen fahren wir durch die herrliche Bergwelt nach Bozen, wo wir in der Evangelischen Kirche des Ortes unser drittes Konzert geben wollen. Der Pastor, Herr Dr. Friedrich, begrüßt uns und gibt eine Einführung in protestantisches Leben in der Diaspora, denn das sind die Lutheraner in diesem mehrheitlich katholischen Land. Ausgiebige Probenarbeit beherrscht den Nachmittag, doch ist danach auch noch ausreichend Zeit für Entspannung und ein Sonnenbad in der untergehenden Sonne.

Das Konzert, das von einer sehr aufmerksamen Zuhörerschaft verfolgt wird, ist ein anspruchsvolles, das von den Mädchen bravourös gemeistert wird; wir sehen, dass manchen der Besucher Tränen über die Wangen laufen…

Die Rückfahrt in unsere Jugendherberge ist eine ganz fröhliche, doch lang wird der Abend nicht mehr.

21. Oktober 2015

Es ist ein bisschen vermessen, immer wieder zu betonen, wie! schön! das Wetter hier ist, aber ich kann nur sagen: “Wenn Engel reisen, lacht der Himmel”.

Die Engelchen also verlassen die Jugendherberge in Meran pünktlich um 10 Uhr zur Weiterfahrt nach Bologna. Wir fahren Richtung Süden, der Sonne entgegen, lassen ein zweites Mal den Gardasee rechts liegen und sind dank günstiger Verkehrsverhältnisse früher als geplant in Bologna. Es bleibt also für die Mädchen viel Zeit, die Stadt zu erkunden. Frau Schröfel hat in einem Kurzvortrag die wichtigsten Bauwerke, Kirchen und Sehenswürdigkeiten skizziert, so dass die “Ladies” (wie sie von Frau Kanzow liebevoll genannt werden) wissen, dass es außer den reizvollen Läden in der Altstadt auch andere besuchenswerte Lokalitäten gibt.

Und wie sie dies Wissen umsetzen! Kaum eine Kirche, in der die Betreuer nicht auf wahre Heerscharen von hannöverschen Mädchen treffen. In der Kathedrale San Pietro formiert sich ein Spontanquintett, das ein Sanctus von Caplet in der großartigen Akustik des Kirchenraumes singt und damit sogar den Priester aus seinem eichtstuhl lockt. Einige der sportlichen Girls besteigen die hohen Wahrzeichen der Stadt, Torre Garisenda und Torre degli Asinelli und erhalten als Belohnung einen traumhaften Blick über das sonnige Bologna. Am Neptunbrunnen auf der Piazza Maggiore werden Kultur und Kulinarik ein wenig vermengt – der Cappuccino schmeckt in solch’ geschichtsträchtiger Atmosphäre nun mal besonders gut.

Kleine Kuriosität am Rande: In der Basilica di Santo Stefano, der ältesten Kirche Bolognas, einem Ort der Stille und des Gebets, weist mitten im Kreuzgang ein Schild auf “free Wi-Fi” – willkommen im 21. Jahrhundert!

Leicht “angemüdet” fahren wir alle nach prallvollen Stunden in unser Hotel am Rande der Stadt, wo uns ein leckeres Abendessen erwartet. Nach kurzen Planungen für den kommenden Tag verdrücken sich alle in ihre Zimmer – bald ist Schlafenszeit.

22. Oktober 2015

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er ‘was erzählen und wenn es gar eine Busreise ist, weiß man spätestens am dritten Reisetag ALLES über Ruhezeiten, (Zwangs)Pausen, Fahrtenschreiber und Versicherungsfragen im Fernbusgeschäft.

Heute nun ist also Ruhetag für unseren Fahrer Kay, was bedeutet, dass er seinen und unseren Bus mindestens 24 Stunden nicht vom Fleck bewegen darf. Auch die Mädchen haben heute einen Ruhetag, schauen ein bisschen in ihre Noten, gehen im Sonnenschein spazieren, “chillen” und nutzen den Fitnessraum unseres Hotels. Um 17 Uhr (pünktlich!, was den italienischen Fahrer sehr verwundert, das sei in seinem Land ganz ungewöhnlich) fahren wir zu unserem Konzertort in Bologna, der Kirche “Santa Maria della Vita”, einer Barockkirche mit einer beeindruckenden Terrakotta-Skulpturengruppe der Beweinung Christi – unbedingt ansehen, wenn Bologna auf dem Reiseplan steht.

Eine ausgiebige Probenarbeit leitet uns in den Abend hinüber. Bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn um 20.45 Uhr stehen etliche Besucher vor der Kirchentür, bei Konzertbeginn ist der Kirchenraum gut gefüllt. Die Mädchen geben (wieder) ihr Bestes, der Applaus verlangt nach Zugaben, die -natürlich- gern gewährt werden. Recht spät machen wir uns auf den Rückweg ins Hotel, erfüllt von viel Musik und bester Laune.

Morgen müssen wir das schöne Bologna verlassen, um in die Stadt zu fahren, die das Ziel vieler, wenn nicht gar aller Wege ist: Rom!

23. Oktober 2015

Bologna – Stadt der berühmten Sauce, von Mortadella und Tortellini, Namensgeberin für einer mehr schlecht als recht geglückte Studienreform, Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2000 und Unesco City of Music: Hier schließt sich der Kreis, denn auch Hannover darf als eine von zwei deutschen Städten diesen Titel führen.

Wir verlassen diese interessante Stadt und fahren in Richtung Süden durch die traumhafte Berglandschaft des Apenin, wobei natürlich die Sonne maßgeblich an unserer Freude Anteil hat, hören wir doch, dass die Pässe oft in undurchdringliche Nebelschwaden getaucht sind.

Unsere Fahrt verläuft mit den obligatorischen Pausen ganz ungestört, und wir erreichen Rom am Nachmittag.

Unser Domizil diesmal ist die Villa Letizia, eine katholische Herberge, die sich auf die Gründerin des Ordens der “Töchter Mariae Mutter der Kirche”, Matilde Tellez Robles, beruft. Wir werden überaus freundlich empfangen, der reizende “padrone” Juan sorgt sich um Anfragen und jedes Problem(chen) in rührender Weise.

Nach dem Abendessen in einer benachbarten Trattoria gibt es für die Mädchen und Frau Schröfel noch Arbeit am Notenmaterial in der kleinen, warmen(!) Kapelle des Hauses, danach verkriechen wir uns in unsere Betten – wie gut, dass Extradecken bereitgelegt worden sind, denn die Nächte sind empfindlich kalt.

Morgen sehen wir dann mehr von Rom, es steht eine Stadtführung auf dem Programm.

24. Oktober 2015

Rom – die schöne, die aufregende, die ewige Stadt: Wir freuen uns auf einen freien Tag, der uns Gelegenheit gibt, wenigstens ein BISSCHEN ihrer Kultur, ihres Lebensgefühls aufzunehmen.

Nach dem Frühstück in unserer Herberge (Mannomann: Starker Kaffee!) fahren wir mit dem Bus los und nehmen unterwegs Frau Edith Schaffer auf, die uns für ein paar Stunden als Stadtführerin einige markante Punkte nahebringen wird. Man sollte nicht vergessen, dass es in unserer Gruppe Menschen gibt, die eben NICHT schon 20 Mal in dieser Stadt waren und somit erst einmal überwältigt sind von dieser Ansammlung an geschichtsträchtigen Bauten, verbunden mit einem chaotisch anmutenden Verkehrsgemenge, denn anders als z.B. in Venedig wälzen sich hier nicht nur Menschen-, sondern auch Blechlawinen durch alle Ecken und Enden.

Frau Schaffer, die aus dem schönen Chiemgau stammt, erweist sich als Glücksfall für uns. Ganz abgesehen von ihrer überaus freundlichen Art bereitet sie die Geschichte Roms, die sich in den Bauwerken oder dem, was davon übrig ist, spiegelt, für uns auf besonders einprägsame und gleichzeitig unterhaltsame Weise auf. Sie verknüpft Mythologie, Legende und Faktenwissen so gekonnt, so beiläufig und trotzdem nachdrücklich, dass wir alle(!) bereichert werden. Man hat gar keine Lust, mit den Augen oder den Gedanken abzuschweifen, denn es ist eine Freude, ihr zu folgen, spannend zu hören, was sie zu sagen hat.

Wollte ich alles aufzählen, was wir in den Stunden mit ihr gesehen haben, so würde dieser Tagesbericht einem Reiseführer gleichen, der er ja gewiss nicht ist. Sowohl Ausgangs- als auch Endpunkt unserer Tour sind Bauwerke, die mit dem römischen Kaiser Hadrian verbunden sind: Engelsburg und Pantheon.

Letzteres wird zu einem besonders eindrücklichen Punkt auf unserer Reise, indem der ganze Chor das herrliche Gebäude mit einem kurzen Stück zum Klingen bringt, die Töne im Halbrund aufsteigen und die große Besucherschar wenn nicht verstummen, so doch aufhorchen lässt. Unter Applaus verlassen die Mädchen das Pantheon. Wir verabschieden und bedanken uns von und bei Frau Schaffer, danach beginnt die “freie Zeit” für die Mädchen, die sie auf unterschiedlichste Weise verbringen. Gemeinsamer Nenner scheint allerdings eine große Eisportion in der an Eisläden so reichen Stadt zu sein. Das sommerwarme Wetter lädt natürlich auch dazu ein, sich durch die Straßen und Gassen treiben und Rom wirken zu lassen.

Treffpunkt zum gemeinsamen Abendessen ist das uns schon vom Vortag bekannte Lokal “Il Postiglione”. Man schaut in viele müde, aber glückliche Gesichter.

Und morgen gibt es dann noch einmal viel Musik…

25. Oktober 2015

Heute nun gibt es das letzte Konzert unserer Reise in der Kirche Santa Maria dell’ Anima. Sie ist Kirche der deutsch sprechenden Katholiken in Rom, ein reich ausgestatteter Renaissance-Bau der, wie wir später bemerken werden, eine gute Akustik hat.

Nach dem Frühstück in unserer Unterkunft ist noch ein bisschen Freizeit angesetzt, ehe es um 13 Uhr zur Kirche geht. Dort erfolgt dann eine intensive Probe, bevor um 17 Uhr das Konzert beginnt. Der Kirchenraum ist bis auf den letzten Platz gefüllt, sogar an den Wänden stehen die Menschen dicht beieinander, um den Mädchen zuzuhören. Und wie sie wieder singen, diesmal auf der Orgel begleitet! Man hat den Eindruck, dass sich der Applaus mit jedem Stück ein bisschen steigert. Natürlich hat auch der traditionelle “Chorstreich”, eine beim letzten Konzert stattfindende Überraschungseinlage seitens der Mädchen, seinen Platz, diesmal in Form einer Begleitchoreographie zu einem Humperdinck-Duett.

Der Jubel bei der Zuhörerschaft ist groß, einige der anwesenden Kleriker können sich dem nur mühsam anschließen. Als das Konzert beendet ist, bilden die Mädchen – ebenfalls ganz überraschend – im Mittelgang mit ihren Chormappen ein Spalier, durch das Gudrun Schröfel und Nicolai Krügel Arm in Arm hinausziehen.

Nach dem Konzert werden wir von vielen Zuhörern zu den Stücken und der Arbeit im Chor befragt. So ist z.B. eine Dame aus Finnland sehr angetan von der zeitgenössischen Musik im Programm, diese hätte in ihrem Heimatland einen großen Stellenwert. Das Alter der Mädchen, die Arbeitsweise im Chor, die Probenzeiten und vieles mehr werden noch angesprochen, bevor es dann in unser Lokal zum Abendessen geht. Das “Il Corallo” bietet uns ein fabelhaftes Menu mit regionalen Köstlichkeiten. Außerdem wird der Wunsch nach einem Lied geäußert, dem die Mädchen mit “Värmeland” gern nachkommen. Da ruht dann für einen Moment der gastronomische Betrieb, Pizza, Pasta und Parmaschinken werden mit leichter Verzögerung serviert. Zufällig ist ein Schwede unter den Gästen, der sich überschwänglich bei Gudrun Schröfel bedankt und den Chor gar für einen schwedischen gehalten hat…

Fröhlich und gut gesättigt verlassen wir das Restaurant und begeben uns zu unserem Bus. Kay Artal verwöhnt die Mädchen noch mit einer “Sightseeing-Tour” durch das nächtliche Rom – das ist ein gelungener Abschluss dieses Tages.

Morgen geht es dann langsam in Richtung Heimat…

26. Oktober 2015

Pünktlich um 10 Uhr verlassen wir, nachdem wir den Nönnchen zwei Abschiedslieder gesungen haben, unsere “Casa della Maria”, fahren los – und beenden den ersten Teil der Reise nach 45 Sekunden: In unserer Straße, in der alle Autos nach italienischer Art im Halteverbot parken, hat sich ein/e Fahrer/in so keck schräg an den Rand gestellt, dass für den Bus kein Durchkommen ist. Es wird gehupt, wir versuchen, das Auto an die Seite zu “wippen”, suchen nach Helfern, doch alles scheint frustran. Aber wir haben nicht mit den findigen Italienern gerechnet. Wieselflink verbreitet sich die Nachricht unter verschiedenen Anrainern und nach 20 Minuten kommt mit wehenden Haaren eine junge Frau gelaufen, schaut nicht rechts noch links und schafft ihren Opel aus dem Weg. 

An dieser Stelle muss ich einmal unserem Busfahrer Kay Artal und seinem Gefährt die Ehre geben. Wir haben einen langen Reisetag vor uns, die Koffer sind wieder passgenau verstaut worden und los geht es auf für 720 km bis ins Innsbrucker Land. Nicht nur, dass wir immer mit heißem Kaffee verwöhnt werden, sorgt sich Kay um das Wohl der Mädchen auf rührende und fast väterliche Art und Weise. Kein Problem, das nicht lösbar, kaum ein Wunsch, der nicht erfüllbar wäre. So fährt er uns sicher durch die Toscana, vorbei am Gardasee (diesmal links von uns gelegen!) und Verona bis ins deutlich kältere Tiroler Land. Auf unserer Fahrt begleitet uns ein am Tag wolkenloser, in der Nacht tiefblauer (Sternen)Himmel. Der Vollmond trägt zur romantischen Stimmung ebenfalls bei, so dass wir wohlgemuth (wie Schumanns Jäger!) im kleinen Matrei in Tirol ankommen, uns auf Speisesaal und Zimmer verteilen und unseren letzten Abend ausklingen lassen.

27. Oktober 2015

Das Ende ist natürlich schnell erzählt. Wir verlassen Matrei eine Stunde früher als geplant und fahren durch eine zauberhafte Herbstlandschaft über den Fernpass auf der Landstraße nach Deutschland. Der Grenzwechsel gestaltet sich problemlos, allerdings ist kurz hinter der Grenze die A7 gesperrt, so dass wir unser Landstraßenabenteuer noch ein bisschen ausdehnen müssen und dabei etwas Zeit verlieren. Doch ist die Stimmung gut, die Mädchen singen glockenhell fröhliche Lieder, als ob sie ihre Stimmen niemals in Konzerten angestrengt hätten. Unterwegs entlassen wir Lena in Würzburg und Lea in Göttingen “in die Freiheit” und erreichen (singend!) unser Ziel, die Christuskirche, pünktlich um 21.30 Uhr. Viele Eltern erwarten ihre Töchter, allen ist die Freude über’s Wiedersehen anzumerken.

Damit geht eine überaus harmonische Chorreise zu Ende. Und, liebe Eltern, die Sie/Ihr diese Zeilen vielleicht lesen/lest: Es sind fabelhafte Menschen, die da ihr Bestes gegeben, professionell gesungen und sich untadelig benommen haben. Es war eine Freude, mit diesen Mädchen eine solche Reise machen zu können.

2014EnglandKonzerte in London, Oxford, Bristol, Cambridge und Gloucester
2013SlowenienLjubljana (2 Konzerte), Skofja Loka, Brezije, Slowind Festival
2012USA
2011Belgien & FrankreichSint Niklaas, Gent, Namur, Metz, Lyon, Bordeaux,
Rouen, Cannes und Chimay
2010Estlandmit Konzerten in Tallinn, Pärnu und Tartu
2009Polen
2008China
2007Weißrussland und Finnland
2006ItalienSavona, (San Pietro) / Genua (San Lorenzo)/ Venedig (San
Salvador) / Florenz(Hl. Messe Santa Maria Novella)/ Rom (San
Lorenzo in Damaso), Audienz bei Papst Benedikt XVI auf dem
Petersplatz
2004ItalienKonzerte in Savona, Genova, Livorno, Rom
2002Deutschland
2001KanadaPowell River Festival (Konzert im Evergreen Theatre), Seattle (Konzert Townhall),
Edmonton, Ottawa, Montreal (Empfang Deutsche Botschaft)
2000Israel, Norwegen
1999Tschechien

Polen
mit Konzerten in Prag und Liberec

Konzerte in Trebnica, Lenica, Polancia,
Klodzko, Wroclaw und Jelania Gora
auf Einladung von Petr Eben beim Festival
TERRA CANTAT in Sumperk
1998Ungarn
1997SchwedenKonzerte in Stockholm, Uppsala, Växjö und Lund
1996Tschechien

Japan

Süddeutschland


1995Tschechien

Spanien
SMETANA-Chorfestival, Litomyšl

Int. Chorwettbewerb, Tolosa
1. Preis in der Kategorie Jugendchöre sowie
Gesamtsieger aller Wettbewerbskategorien
3. Preis in Tolosa
1994Süddeutschland

Chile
Konzerte im Kloster Machern, in Herxheim
und in Klingelbach
Konzerte in Santiago de Chile, Valparaíso/Viña del Mar, Curicó, Talca,
Naja, Ángel, Lautaro, La Unión/Osorno – südlichster Ort der Reise
1993Frankreich
Neue Bundesländer Deutschlands
Teilnahme am Internationalen Chorfestival, Nantes
Konzerte in Leipzig (Gewandhaus), Dresden, Halle, Weimar
mit Orchester “Convivium Musicum”
1992Israel
Finnland
Konzerte in Beith Jitzchak und Tel Aviv
Konzerte in Turku, Tampere, Lahti, Helsinki
Teilnahme am Vokal-Festival Tel Aviv
1991RumänienKonzerte in Bukarest und Buzau
1990RusslandKonzerte in Moskau, Wladimir und lvanovo
1989Süddeutschland

USA
Konzerte in Marktoberdorf, Ulm, Kirchheim/Teck
und Heilbronn
Konzerte in Boston, Lancaster, Baltimore,
Salisbury und New Jersey
Choral Music Workshop mit Robert Russell und
Frauke Hasemann in Portland/Oregon
1988Ungarndrei Konzerte in Budapest
1986Spanien & FrankreichKonzerte in Marseille, Barcelona und Madrid
1985Venetien/Italien
Österreich & Tschechoslowakei
Konzerte in Venedig, Rovigo, Veneto und Rom
Konzerte in Marktoberdorf, Linz,
Gumpoldskirchen, Wien und Prag
1984FinnlandKonzerte in Tampere, Lahti, Seinäjoki
1983BrasilienKonzerte in Porto Alegre, Joinville, Rio de Janeiro, Curitiba, Novo Hamburgo,
Joinville, Passo Fundo, Santo Cruz du Sul, Sao Paulo, Brasilia
1982Süddeutschland

Frankreich
Konzerte in Dillingen, Kempten, Füssen, Ettal,
Kaufbeuren und München
Konzerte, in Altenberger Dom, Paris, Caen und Rouen
1981BelgienKonzerte in Mechelen, Ranst, Lier, St. Niklaas,
Antwerpen, Lokeren und Lede
1980Japan


Polen
Konzerte in Tokio (im Togo-Palast der Familie des
Kronprinzen Akihito und Prinzessin Michiko),
Kurashiki, Kyoto, Hiroshima, Okayama, Osaka
zwei Konzerte in Posen
1979EnglandKonzerte in London (3, dort auch Funkaufnahmen
bei der BBC), Bristol (3) und Wivenhoe
1978UdSSRKonzerte in Moskau, Riga, Leningrad,
Fernsehaufnahmen in Moskau
1977Italien

Süddeutschland
Konzerte in Triest, Mailand, San Felice und Rom,
Singen bei der Generalaudienz Peterskirche
Konzerte in München, Bayreuth und Regensburg
1976Türkei & GriechenlandKonzerte in München, Ankara, Bursa, Istanbul (2),
dort auch Funkaufnahmen) und Athen (2)
1975Frankreich & Belgien
1974Ungarn & Österreich
1973Portugal & SpanienKonzerte in Madrid, Lissabon, Porto und Beja
1972SchwedenKonzerte in Helsingborg, Jönköping, Västeräs,
Strängnäs, Stockholm und Växjö
1971BerlinKonzerte im Centre Français Wedding und in der
Dreifaltigkeitskirche Lankwitz
1970FinnlandKonzerte in Lappeenranta, Mikkeli, Jyväskylä, Tampere,
Tapiola, Hanko, Tammissan, Lahti und Helsinki
1969Tschechoslowakei & ÖsterreichKonzerte in Regensburg, Passau, Prag, Pisek, Salzburg,
St. Ulrich und Nürnberg
in Salzburg auch Funkaufnahmen bei
Radio Salzburg
1968Südfrankreich und SpanienKonzerte in Grenobles, Antibes, Marseille, Perpignan,
Barcelona, Toulouse und Zürich
1967England & IrlandKonzerte in Ostende, London, Bristol, Dublin,
Limerick und Cork
in London auch Funkaufnahmen bei
der BBC
1966Schweiz & ÖsterreichKonzerte in in Biberach, Salzburg, Zürich, Bern, Lausanne
und Vevey am Genfer See
in Salzburg auch Funkaufnahmen bei
Radio Salzburg
1965SüdfrankreichKonzerte in Lyon, Chateauroux, Bordeaux, Toulouse,
Perpignan, Marseille, Cannes und Monte Carlo
1964 Niederlande, Nordfrankreich & BelgienKonzerte in Valendennes, Paris, Louviers, Rouen, Le Havre,
Cambrais
zusätzlich Funkaufnahmen in Brüssel
1963EnglandKonzerte in London, Bristol, Oxford, Henley und
Torquay
in London auch Funkaufnahmen bei
der BBC
1962Niederlande
Schweden
Konzerte in Gronau, Apeldoorn, Deift und Greven
Funkaufnahmen bei Radio Hilversum

1961DänemarkErste Auslandskonzertreise
1960SüddeutschlandKonzerte in Winterberg, Bad Mergentheim, Bad Kissingen,
Schweinfurt und Göttingen
mit Funkaufnahmen in Nürnberg
1959Berlin, Hessen
1958WestfalenKonzerte in Bad Oeynhausen, Schwerte, Haan und Blomberg
1957NorddeutschlandKonzerte in Verden, Eckernförde, Hamburg, Kiel, Lübeck
und Neumünster
1956Hessen u. SüdniedersachsenErste Konzertreise