Konzertchor-Leitung

Konzertchor

Prof. Andreas Felber

Andreas Felber wurde 1983 in Luzern geboren, wo er aufwuchs und langjähriges Mitglied der Luzerner Sängerknaben war. Er studierte Chorleitung bei Ulrike Grosch und Stefan Albrecht sowie Gesang bei Liliane Zürcher an der Musikhochschule Luzern und schloss beide Ausbildungen mit Auszeichnung ab.

Seit 2004 leitet er das Schweizer Ensemble molto cantabile, mit dem er nationale und internationale Erfolge feiern konnte, u.a. als Preisträger der Wettbewerbe in Tolosa, Cork und Spittal an der Drau. Von 2007 bis 2012 war Andreas Felber musikalischer Leiter des Kammerchores Luzern und von 2012 bis 2016 Dirigent des Vokalensembles ProMusicaViva.

Von 2011 bis 2015 dirigierte er außerdem den Schweizer Jugendchor zusammen mit seinem Kollegen Dominique Tille. Der Chor errang u.a. einen 2. Preis beim Internationalen Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf.

Nach einer Übergangsphase als künstlerische Doppelspitze 2017-2018 ist Andreas Felber seit dem 1. Januar 2019 künstlerischer Leiter des Mädchenchor Hannover. Er ist weiterhin musikalischer Leiter des professionellen Kammerchores am renommierten Davos Festival und ständiger Gastdirigent der Zürcher Sing-Akademie – dem professionellen Partnerchor der Tonhalle Zürich -, welche er in der Saison 2016/17 interimistisch leitet. Gastdirigate führten ihn außerdem bereits nach Deutschland, China, Ungarn, Belgien und Italien. Die Arbeit mit zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten liegt ihm besonders am Herzen.

Andreas Felber ist Professor für Chorleitung an der HMTM Hannover.

Prof. Gudrun Schröfel

Gudrun Schröfel ist in Worms geboren. Nach dem Abitur an der Goetheschule Hannover studierte sie Schulmusik und Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und Anglistik an der Leibniz Universität. Sie ergänzte ihre Studien durch Dirigier-Meisterkurse bei Eric Ericson. Gudrun Schröfel konzertierte zunächst im Konzert- und Oratorienfach und dirigierte Chor- und Orchester am Musikgymnasium Goetheschule Hannover.

1985 erhielt sie den Ruf als Professorin für Musikerziehung mit dem Schwerpunkt Dirigieren und Ensembleleitung an die Folkwang Hochschule Essen. 1989 wechselte sie in gleicher Position an die HMTM Hannover, wo sie von 1997-2011 auch das Amt der Vizepräsidentin bekleidete.

Auf ihr Betreiben wurde 2007 der Masterstudiengang „Kinder- und Jugendchorleitung“ begründet, mit dem die Hochschule die Berufsausbildung für diesen Bereich professionalisierte. Der Studiengang wurde in wesentlichen Inhalten von Schröfel konzipiert und bis 2009 von ihr geleitet. Ihr ist es zu verdanken, dass erstmalig eine Professur eingerichtet werden konnte, die mit einer außerhochschulischen Kulturinstitution kooperiert – dem Mädchenchor Hannover. Dieses Zusammenwirken von Hochschule und Kulturorganisation stellt einen Meilenstein in der Musiklandschaft dar.

Schröfel leitete den Mädchenchor Hannover über mehr als vier Jahrzehnte, zunächst gemeinsam mit Ludwig Rutt und seit 1999 in eigener Verantwortung. Sie entwickelte den Chor zu einem international renommierten Spitzenchor. Mit dem Chor gewann sie viele erste und zweite Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, u.a. beim Chorwettbewerb der Europäischen Rundfunkanstalten „Let the peoples sing“, beim „Johannes Brahms Wettbewerb“ Hamburg, beim „Internationalen Kammerchor-Wettbewerb Marktoberdorf“, bei den Internationalen Chorwettbewerben Tolosa und Guido d‘Arezzo und bei den „Deutschen Chorwettbewerben“ in Köln, Stuttgart, Kiel und Weimar.

Schröfel erweiterte das Repertoire für Mädchen- und Frauenchöre um mehr als 40 Kompositionen, die sie bei namhaften Komponisten in Auftrag gab. Sie dirigierte viel beachtete Uraufführungen von Toshio Hosokawa, Peter Eötvös, Vinko Globokar, Arvo Pärt, Andreas Tarkmann, Alfred Koerppen u.a. Über 20 CD-Einspielungen bezeugen die stilistische Repertoirebreite von der Renaissance bis zum 21. Jahrhundert, A cappella und mit Orchester - u.a. der NDR-Radiophilharmonie, dem Orchester der Staatsoper Hannover. Schröfel legte den Grundstein für eine langjährige Zusammenarbeit mit den überregionalen Ensembles Oktoplus und ARTE. Sie initiierte eine Partnerschaft zwischen dem NDR-Vokalensemble und dem Mädchenchor Hannover.

1984 war Schröfel an der Gründung des gemischten semi-professionellen Kammerchors Johannes-Brahms-Chor Hannover beteiligt, den sie bis heute leitet. 2010 wurde die Einspielung zeitgenössischer Kantatenkompositionen, an der beide Chöre beteiligt waren, mit einem ECHO KLASSIK ausgezeichnet, 2020 wurde die CD-Einspielung „Inka Kantate“ mit dem Mädchenchor und dem ARTE Ensemble für den Opus Klassik nominiert.

Einladungen zu internationalen Festivals und Konzerttourneen führten Gudrun Schröfel durch ganz Europa, in die USA, nach Brasilien, Chile, Russland und mehrfach nach Israel, Japan und China. Sie ist gefragt als Jurorin bei nationalen und internationalen Chorwettbewerben, von 2009 - 2013 war sie Jury-Vorsitzende bei dem Internationalen Kammerchorwettbewerb in Marktoberdorf.

Von 1988 bis 2004 war Schröfel Mitglied im Beirat Deutscher Chorwettbewerb des Deutschen Musikrats, von 2007 – 2011 war sie Jury-Vorsitzende des Internationalen Kammerchor Wettbewerbs Marktoberdorf. Zudem ist sie gefragtes Jurymitglied bei zahlreichen nationalen und internationalen Chorwettbewerben. G. Schröfel wirkte in der Findungskommission zur Besetzung des 2020 gegründeten Bundesjugendchores mit und war 2022 an der Neubesetzung des Dresdner Kreuzchors und des Windsbacher Knabenchors beteiligt.

Zahlreiche ihrer Schülerinnen wurden erste und zweite Preisträgerinnen beim Bundeswettbewerb Jugend Musiziert. 2009 initiierte Gudrun Schröfel die Entstehung eines Chorhauses für den Mädchenchor Hannover in Kooperation mit der Christuskirche.

Dort war Schröfel Mitbegründerin des Internationalen Kinder- und Jugendchorzentrums Christuskirche Hannover Das Chorzentrum ist heute ein fester Bestandteil des hannoverschen Kulturlebens.

Gudrun Schröfel erhielt u.a. folgende Auszeichnungen des Landes Niedersachsen:
- 2012 Kunstpreis für Musik
- 2014 Staatspreis gemeinsam mit den Scorpions
- 2018 für ihr Lebenswerk die Landesmedaille, höchste Auszeichnung des Landes Niedersachsen

 
Ludwig Rutt
Ludwig Rutt

Ludwig Rutt war Leiter des Mädchenchors Hannover von 1952 bis 1999.

Nach dem Studium an der damaligen Akademie für Musik und Theater Hannover mit  Examina in den Fächern Klavier, Komposition und Dirigieren prägte er das Chorleben Hannovers über fünf Jahrzehnte lang mit.
Zeitweilig war er Chorleiter von acht Chören gleichzeitig, zudem Musikpädagoge an einem Gymnasium und Klavierlehrer, auch an der Musikhochschule Hannover. Unter anderem leitete er vierzig Jahre den Hochschulchor der Technischen Hochschule bzw. Universität.

Sein besonderes Engagement galt dem Mädchenchor Hannover, dessen Leitung er siebenundvierzig Jahre innehatte.
Konzertreisen führten ihn und den Mädchenchor durch ganz Europa, nach Russland, Japan, Nord- und Südamerika. Zahlreiche 1. Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben, dazu regelmäßige Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen, zeugen von dieser Zeit und machten den Chor in der Fachwelt als Spitzenchor bekannt.

Mehr als 1000 Chormitglieder im Lauf der Jahrzehnte sangen unter Ludwig Rutts Dirigat. Im Januar 1999 erfolgte die Übergabe des Mädchenchors Hannover an Frau Prof. Gudrun Schröfel, die langjährige Mitarbeiterin Ludwig Rutts. Im Dezember 2001 beendete Ludwig Rutt seine Chorleitertätigkeit und wurde zum Ehrenchorleiter ernannt.

Besondere Auszeichnungen waren 1977 das Bundesverdienstkreuz, 1989 die Ehrenbürgerschaft der Universität Hannover und 1998 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens.


 
Nachruf des Mädchenchors Hannover auf Ludwig Rutt († 2005)

„Selig sind die Toten, die in dem Herren sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen sollen von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgen ihnen nach.“  (Offb 14, 13b)

Der Mädchenchor Hannover trauert um Ludwig Rutt, seinen Gründer und langjährigen Dirigenten, väterlichen Freund und großartigen Menschen. Er führte den Chor mit künstlerischer Kompetenz zu seinem heutigen internationalen Renommee. Menschliches Einfühlungsvermögen, Bescheidenheit, Toleranz, Verständnis für den Einzelnen, ernsthafte und doch humorvolle Probenarbeit machten ihn zu einem geachteten und gleichzeitig geliebten Chorleiter, der allen, die ihn erlebten, unvergessen bleiben wird.

Die Chorleitung, die aktiven und ehemaligen Chormädchen, die künstlerischen Mitarbeiter, der Vereinsvorstand, der Freundeskreis und die Organisation des Mädchenchors Hannover werden in seinem Sinne weiter arbeiten, damit seine Werke ihm nachfolgen.

Für den Mädchenchor Hannover
Gudrun Schröfel